"Die Gerechtigkeit war eine Gottheit und an solche kindischen Sachen glaubte Ayla nicht. Sie glaubte an Blut." (Seite 48)Naja ....Irgendwie bin ich von der ganzen Story enttäuscht und frustriert und gleichzeitig am Ende soweit interessiert, dass mich auch Band 2 neugierig genug macht um ihn zu lesen, was mich selbst tierisch nervt, denn ich ahne schon, dass es mich wieder mehr enttäuschen wird, als begeistern!Dieses Buch verspricht extrem viel und kann es leider nicht halten!Weder fand ich die Story besonders poetisch, noch konnte die Identitätssuche wirklich gut verpackt werden und Spannung oder irgendwas anderes intensives gab es mal kurzzeitig, konnte sich aber nie wirklich halten.Der Schreibstil ist gerade am Anfang eher holprig. Mal davon abgesehen, dass manche Sätze kein Sinn ergeben oder Worte sinnlos doppelt wiederholt werden, ist er auch total emotionslos. Beide Figuren wirken so kalt und man fühlt überhaupt nicht mit ihnen, obwohl das Potential dafür durchaus da ist! Es fehlt ihnen an Charme und Leidenschaft!Crier und Ayla drehen beide nur um sich und trotzdem fehlt ihnen die Tiefe. Es gibt keine richtige Entwicklung, die Gedanken am Anfang der Story gleichen immer noch zu sehr den Gedanken am Ende der Story.Ayla mag ich ein wenig mehr als Crier, aber beide sind furchtbar nervig und anstrengend. Das finde ich total schade, denn interessanterweise sind die Nebenfiguren echt stark gezeichnet! Die Autorin hat es also durchaus drauf, verschenkt das Potential aber. Ich würde mich gerne über mehr aufregen, aber da es keine große Entwicklung gibt, verrät es dann einfach schon zu viel.Genau so geht es mir mit der Beschreibung der Automae. Die ist so schwammig, strotzt vor Logiklücken und ich könnte ewig schwadronieren was daran nicht passt und kein Sinn macht, aber das würde ebenfalls einfach zu viel der wenigen Handlung verraten.Ich glaube, die Story hätte besser sein können, wenn man das Erzähltempo gesteigert und nicht alles unnötig in die Länge gezogen hätte, nur damit man die Story in 2 Bücher pressen kann.Allerdings gab es ein Twist, den ich richtig gut fand, leider ist der ziemlich schnell verpufft, aber dieser macht mir Hoffnung für Band 2 und darauf bin ich richtig neugierig!Gefallen hat mir auch gleich am Anfang die Karte und die Zeittafel! Wobei ich empfehlen kann, nach 1/3 der Story noch einmal die Zeittafel zu lesen, weil sie dann viel verständlicher wirkt.Absolut enttäuscht war ich über die queere Darstellung. Jahaa, ich hab schon nicht viel erwarte, gerade Verlagsbücher stellen sich furchtbar an, wenn es um queere (vor allem um F/F) Bücher geht, aber auf 439 Seiten passiert einfach NICHTS, außer alle 50 Seiten mal ein Blick. Wenn ich mich dann an die Widmung am Anfang erinnere:"Für die queeren Leser*innen: Ihr verdient jedes Abenteuer.", fühl ich mich völlig veräppelt!Ich wünschte, die Autorin hätte mehr auf ihre Freundin gehört, die ihr (laut Danksagung) geraten hat:"...dass du mich auch beim tausendsten Mal sanft daran erinnert hast, dass nicht alles ein innerer Monolog sein kann und dass es an irgendeinem Punkt einen Plot geben muss."DAS beschreibt die ganze Story so perfekt und genau DAS enttäuscht auch so sehr, weil die Monologe/Handlung wie ein altes rostiges Karussell sind.Und ein bisschen fluche ich darüber, dass mich dieser Drehwurm so gepackt hat, dass ich trotz viel Gemecker weiterlesen werde, Arghhh!