Ich bin ein großer Fan davon, die eigene Perspektive zu erweitern und vor allem im Umgang mit Kindern und Jugendlichen regelmäßig zu reflektieren, denn wir alle waren mal an diesen Punkten und sicher haben die meisten von uns noch Erinnerungen, was damals gut und nicht so gut war.
Bei "Felsenfest" stößt man auf viele nachvollziehbare, respektvolle Ansätze, wie man bestimmte Situationen (anhand von konkreten Beispielen, mit der Möglichkeit zur Verallgemeinerung) angehen kann, um nachhaltig Bindung zu stärken oder zu schaffen.
Aus eigener Erfahrung kommt man meines Erachtens am Weitesten, wenn man Kindern auf Augenhöhe begegnet. Das heißt nicht, Verantwortung über Bord zu werfen, sondern einfach auf Argumente, Wünsche und Sorgen einzugehen und ggf. zu erklären, warum sich manches davon nicht umsetzen lässt.
Leider fand ich an manchen Stellen das Buch eher monoperspektivisch und mir hat dabei gefehlt, dass man sich nicht nur am Kind orientiert, sondern dass man auch dem Kind die Möglichkeit gibt andere Perspektiven zu entdecken und dabei im sozialen Geflecht zu interagieren. Kinder haben eine Empathie, die vielen Erwachsenen abhanden gekommen ist und die sollte man fördern.
Demnach hat das Buch durchaus interessante und wertvolle Denkanstöße, dürfte aber für mich in manchen Punkten anders aufgebaut sein.