Meine Meinung:
Fast jede Familie kann etwas Besonderes erzählen. Viele haben ihren Heimatort verlassen, weil sie dort keine Arbeit fanden. So manch eine Familie musste fliehen und konnte nie wieder zurück gehen. Schön ist es, wenn man sich mit den Großeltern noch über alles unterhalten kann, sofern sie alle Fragen beantworten möchten. Von meinen Großeltern kenne ich einige Geschichten, aber als Kind fragt man leider nicht immer nach und dann ist manchmal zu spät. Schön ist es dann, wenn es jemanden in der Familie gibt, der mehr über die Familiengeschichte erfahren möchte. Es ist alles sehr zeitaufwendig, was die Autorin Petra Palumbo zu dem Thema sagen kann. Sieben Jahre hat sie an diesem historischen Roman gearbeitet, der zwar fiktiv ist, aber viele autobiografische Züge aufzeigt.
Mit der Geschichte der Familie Manogg beginnt die Autorin im Juli 1870, mit dem Tag, an dem der vierte Sohn der Familie geboren wird. Es ist der gleiche Tag, an dem bekannt wurde, dass Leopold der Fürst von Hohenzollern Anspruch auf den spanischen Thron erhob. So lese ich nicht nur etwas über die Familie, sondern auch über das Zeitgeschehen, was das Leben der Bevölkerung der damaligen Zeit stark beeinflusste.
Wie die Familie wächst und was sie in den nächsten Jahrzehnten erlebt, hat die Autorin sehr interessant und vor allem unterhaltsam geschildert. Obwohl ich die Familie bisher nicht kannte, spüre ich jetzt doch eine gewisse Verbundenheit und ich möchte wissen, welche Lebenswege die Einzelnen einschlagen.
Das wird mir sehr leicht gemacht, in, zum Glück, größeren Zeitabständen erfahre ich, was die Familienmitglieder erleben. Schnell finde ich mich zurecht, denn in der jeweiligen Überschrift steht der Name, der Person, die im Vordergrund steht auch das entsprechende Datum.
Da es doch sehr viele Beteiligte sind, über die ich einiges erfahre, fand ich den Stammbaum der Familie sehr hilfreich, der am Anfang des Buches stand. Ich gestehe, dass ich öfter dort nachgesehen habe. Ebenfalls sehr interessant fand ich die Bilder am Ende des Buches und auch Textauszüge.
Die Überschrift des 1. Kapitels lautet Die Manoggs 2. Juli 1870 und die Familiengeschichte in diesem Buch endet mit dem 73. Kapitel Sidon 29. Juli 1932. Dazwischen liegen viele ereignisreiche Jahre mit bewegenden Begebenheiten, wobei es spannende, ergreifende und tragische Momente gab. Neben den persönlichen Schicksalen habe ich auch sehr viel über das Zeitgeschehen erfahren.
Fazit:
Ein Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte, denn es beinhaltet so vieles. Ich gestehe, dass ich diesmal das Buch nicht in einem Rutsch gelesen habe. Pausen konnte ich gut einlegen und fand aber immer wieder schnell rein. Wobei auch hier der Stammbaum sehr hilfreich war.
Ich bin voll des Lobes über diese Arbeit, die sich die Autorin gemacht hat und gerne empfehle ich das Buch weiter.