Harlow trägt eine Göttergabe in sich, die sie zur wandelnden Gefahr macht: Ihr Kuss tötet jeden Mann. Dass ausgerechnet ihr neuer Verlobter Henry diesen Kuss überlebt, ist der erste große Schockmoment und der Auftakt zu einer Geschichte voller Geheimnisse und Intrigen
Was Harlow so besonders macht, ist ihre Empathie gegenüber Frauen, die unter gewalttätigen Männern leiden. Das verleiht ihr Tiefe und macht sie sofort sympathisch. Gleichzeitig bleibt sie mutig, kompromisslos und eindeutig morally grey, genau passend für eine düstere Romantasy-Geschichte.
Henry war für mich lange ein Rätsel. Seine Motive und seine Gefühle, vieles bleibt im Schatten. Doch seine bedingungslose Liebe zu seiner Familie stellt ihn in ein warmes Licht und macht ihn zu einem spannenden Gegenpol zu Harlow.
Die Liebesgeschichte zwischen Harlow und Henry sprüht vor Funken und emotionaler Spannung. Die zahlreichen Spice Szenen waren für mich nicht zwingend nötig, die Romance funktioniert auch ohne explizite Momente.
Besonders stark ist die Idee der sieben Götter und ihrer Gaben, auch die Blutleeren, deren Angriffe wie ein ständiger Schatten über der Handlung liegen, tragen zur düsteren Atmosphäre.
Der Schreibstil hat mir gefallen, er ist flüssig und leicht. Ab der Hälfte schleichen sich allerdings Wiederholungen und Längen ein, der Lesefluss wurde dadurch etwas ausgebremst. Ein paar Seiten weniger hätte dem Buch gutgetan.
Ein toller Romantasy Roman mit interessanten Charakteren, einer prickelnden Liebesgeschichte und einem göttlichen Worldbuilding, das sofort neugierig macht.