Doug hat sich nach einer gescheiterten Beziehung eine Androidin namens Annie zugelegt. Diese Androiden gibt es als Haushaltshilfen, Nannys oder als sogenannte Kuschelhasen, die ihre Libido der Stimmung ihres Partners anpassen. Annie ist solch ein Kuschelhase. Um das Zusammenleben spannender und weniger vorhersehbar zu machen, schaltet Doug sie in den Autodidaktmodus, was bedeutet, dass sie durch Erfahrungen dazulernt. Doch zu Dougs Enttäuschung macht sie dies einer menschlichen Frau ähnlicher, indem sie eigene Wünsche und Bedürfnisse bekommt, plötzlich lügt und betrügt und Emotionen wie Eifersucht und Wut bekommt.
Es ist der Autorin sehr gut gelungen diesen Wandel von Anni von der folgsamen, auf Stimmungen und Befehle reagierenden Maschine zu einem lernfähigen Wesen mit Bewusstsein darzustellen. Und der Roman regt hier auch zum Nachdenken an, was einen Menschen ausmacht. Wie geht man mit einer Maschine um, die Scham bei der Wartung empfindet, die Angst haben kann und auch mal unreflektiert agiert? Darf eine Maschine, die programmiert wurde, die sexuellen Bedürfnisse des Besitzers zu befriedigen, auch Nein sagen?
Jedoch geht es in diesem Buch nicht nur um das Zusammenleben mit einem Androiden, es zeigt auch wie gefährlich ein Machtgefälle in einer Beziehung ist. Dies ist mal ein ganz anderer Ansatz das Thema toxische Beziehungen und patriarchale Unterdrückung zu behandeln. Und obwohl es doch eine düstere und schwere Thematik hat, liest sich das Buch gut und ist auch unterhaltsam. Mich hat das Buch absolut gefesselt und ich kann es nur jedem ans Herz legen, der sich für solche Themen interessiert.