Kolosse aus Stahl, startende Jets, das tiefe Grollen von Turbinen schon nach wenigen Seiten ist klar, wohin die Reise geht. Dieses Buch riecht nach Salzwasser, Kerosin und Machtprojektion. Flugzeugträger der Welt ist kein trockener Zahlenfriedhof, sondern ein wuchtiger Bildband mit ordentlich Druck auf dem Kessel.
Stefan Ulsamer weiß genau, wovon er spricht. Man merkt jeder Seite an, dass hier jemand schreibt, der diese schwimmenden Monster nicht nur respektiert, sondern auch versteht. Von der Nimitz-Klasse bis zu britischen, russischen und chinesischen Trägern wird sauber eingeordnet, erklärt und verglichen verständlich, ohne banal zu werden. Gedanken wie Was für ein Wahnsinn, dass so etwas überhaupt existiert schleichen sich dabei ganz automatisch ein.
Besonders stark: die Mischung aus Technik, Geopolitik und Popkultur. Zahlen, Daten und Einsatzkonzepte treffen auf starke Fotos und das Bonuskapitel zu Flugzeugträger-Filmen. Genau der richtige Moment zum Schmunzeln und inneren Abtauchen, wenn man Top Gun oder Jagd auf Roter Oktober noch im Hinterkopf hat.
Auch die aktuellen und teils nebulösen Projekte China, Iran, Drohnenträger sorgen für dieses angenehme Kribbeln zwischen Faszination und Unbehagen. Hier wird nichts glorifiziert, aber auch nichts klein geredet. Diese Schiffe sind Symbole von Macht, und genau so werden sie behandelt.
Unterm Strich ein Buch, das man nicht einfach liest, sondern erlebt. Perfekt zum Durchblättern, Staunen, Nachdenken und für jeden, der beim Wort Flugzeugträger unwillkürlich breiter grinst.