Ein interessanter Einblick in das Leben zweier Rebellinnen, die sich für die Tollsten halten
"Jameelahs Mutter sagt, einen Schlafenden kann man aufwecken, aber jemanden, der nur so tut, als ob er schläft, den kriegt man niemals wach"Das ist so ein wunderschöner Spruch, dass ich es hervorheben musste. Dabei wird das Buch aus der Sicht einer Dreizehnjährigen erzählt, die ihre Freundin für das klügste Wesen der Welt hält, obwohl sie genauso alt ist. Halt die Freundin ist etwas anders, verrückter, spontaner und mit dem Drang, der Welt alles beweisen zu wollen.Und ich finde beide toll. Vor allem gefällt es mir, wie wenig Wert sie der Jungfräulichkeit geben und sie unbedingt verlieren wollen. Obwohl ihr erstes Mal mit zwei ekelhaften Kerlen war, an das ich mich nicht wirklich erinnern möchte. Es sind halt sehr, sehr, sehr dumme Mädchen, die glauben, dass die Welt sich nur um sie drehen würde.Hätte ich das Buch jedoch als Kind gelesen, würde ich mir denken, dass Alkohol voll cool ist. Sicherlich vermarktet die Autorin das nicht als "die Message", aber der verdammte Titel ist Tigermilch, die beiden Mädchen total cool und mutig und ich schwör, ich hätte mir die Tigermilch auch gewünscht, wenn ich das als kleines Mädchen gelesen hätte. Und das ist nicht okay. Ganz und gar nicht okay.Ansonsten hat mir das Buch Spaß gemacht und ich bin den beiden Mädchen bei ihrem Abenteuer gerne gefolgt. Es ist ein interessanter Einblick, in der ihre Eltern kaum eine Rolle spielen, die zwar da sind, aber nicht wirklich in das Leben ihrer Töchter einmischen. Vor allem glänzen die Väter mit ihrer Abwesenheit.Mag sein, dass ich die beiden Mädchen mutig fand, aber ich schwör, sie sind schreckliche Beispiele für die Jugend. Hätte ich Kinder, würde ich ihnen verbieten, dass Buch zu lesen, denn sogar mich als Erwachsene hat das Buch leicht beeinflusst und ich will nicht wissen, was für ein Shitstorm so etwas im Kopf eines Teenagers auslösen kann.Trotzdem, ich hatte meinen Spaß.