Spannende Familiengeschichte aus Dresden anno 1932.
"...Schau nicht so griesgrämig, das wird schon! Aber es wurde nicht. Im Gegenteil, die Finanzen des Familienunternehmens schrumpften wie eine verblühende Frühlingsblume, egal wie sehr sie sich bemühte, sie zu gießen und zu neuem Leben zu erwecken..."Emma ist Buchhalterin in der Familienfirma in Dresden, die Schokoladenformen herstellt. Wir schreiben das Jahr 1932. Immer mehr Aufträge brechen weg und ein Kredit will bedient werden.Die Autorin hat einen spannenden historischen Roman geschrieben. Anhand einer Familiengeschichte lässt sie mich als Leser an den gesellschaftlichen Umbrüchen teilnehmen. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet.Emma ist eine selbstbewusste junge Dame. Momentan ist sie dabei, die Fahrerlaubnis zu machen. Ihre Welt sind die Welt der Zahlen. Deshalb fühlt sie sich auch persönlich für die Probleme der Firma verantwortlich.Als sie mit ihrem Vater zu einer Geschäftsbesprechung in die Schokoladenfabrik deren von Altrock eingeladen werden, sieht sie Franz wieder, den Sohn des Hauses. Als Jugendliche hatten sie sich in der Tanzstunde kennengelernt. Franz beginnt, ihr den Hof zu machen.Der aufkommende Nationalsozialismus geht an keinem vorüber. Das bekommt auch Emmas Familie zu spüren. Ihre Schwägerin ist Jüdin. Vor der Hochzeit ist sie zum evangelischen Glauben konvertiert. Aber das interessiert die neuen Machthaber nicht. Tante Grete bringt es auf ihre ganz eigene Art auf den Punkt."...Als ich jung warm, haben wir uns gern unterschiedlich gekleidet, die Jugend von heute mag es gleichgeschaltet..."Sehr gut wird Emmas innerer Konflikt dargestellt. Sie lebt ihren Glauben und kann deshalb nicht nachvollziehen, dass Franz seine Freunde gewähren lässt, die über Juden lästern. Doch eine Trennung von Franz bedeutet, dass die Aufträge von dessen Familie wegbrechen. Das würde die Fabrik in den Ruin treiben.Wie sehr die Familie den christlichen Werten verpflichtet ist, zeigt sich auch am Verhalten von Emmas Vater. Obwohl es eng wird, stellt er Max ein. Max ist Optimist. Er ist mit Nichts nach Dresden gekommen und hat sich fest darauf verlassen, dass Gott für ihn schon einen Weg finden wird. Gleichzeitig hat er Mitgefühl mit anderen und hilft ihnen, selbst wenn es hart auf hart kommt.Geschäftlich war die Einstellung von Max ein Gewinn, denn der junge Mann hat gute Ideen.Wird es gelingen, die Fabrik zu retten?Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es zeigt, wie die politischen Veränderungen tief in das Familiengeflecht eindringen.