Cyrus, der Mann, der du bist!! Ich würde mit Freuden tausend weitere Seiten von Cyrus' Sehnsucht und Leid lesen.In Every Spiral of Fate entfesselt Tahereh Mafi die Sehnsucht in ihrer ganzen Wucht. Keine beiläufige Sehnsucht. Keine "Ich vermisse dich"-Sehnsucht. Diese Sehnsucht ist eine tickende Bombe.Die Prosa und die emotionale Intensität erinnerten mich stellenweise an "Das Lied des Achill", an dieselbe schmerzliche Sanftheit, diese tragische Zärtlichkeit, an das Gefühl, dass Liebe eine Wunde ist, die man bewusst offen hält, selbst wenn man daran verblutet.Und für alle, die die Sehnsucht der Extraklasse à la "Captive Prince" lieben (Kenner wissen Bescheid), wo selbst eine flüchtige Berührung so intensiv ist, dass sie deine Seele in Brand setzt: Hier werdet ihr sie garantiert finden.Dies ist keine Geschichte von frei geäußerter Zuneigung. Dies ist eine Geschichte von so gründlich verweigertem Verlangen, dass es körperlichen Schmerz verursacht. Wenn du auch zu den Lesern gehörst, die glauben, Sehnsucht entfaltet sich am besten quälend, zurückhaltend und schmerzhaft langsam, wo ein einziger Blick, ein Moment des Blickkontakts intimer wirkt als eine ganze Sexszene, dann herzlichen Glückwunsch, dieses Buch wurde speziell geschrieben, um dich zu ruinieren.Sie berühren sich nicht - sie umkreisen einander. Sie gestehen sich nicht - sie ertragen einander. Jede Pause, jedes verschwiegene Wort, jede Sekunde des Kontakts ist wie ein Funke.Das ist die Art von Sehnsucht, bei der:¿ zu nah zu sein gefährlich ist¿ Höflichkeit erotisch ist¿ Zurückhaltung sexy istAlizeh und Cyrus bilden weiterhin das emotionale Zentrum der Reihe. Ihre Innenwelten sind reichhaltig, üppig, tief empfunden, durchdrungen von Geschichte, Verantwortung und Liebe, die sich endlich verdient anfühlt.Wenn es also so gut ist, warum dann nur vier Sterne?Während Alizeh und Cyrus vielschichtig, komplex und wunderschön geschrieben sind, bleiben die Nebenfiguren frustrierend flach. Viele Charaktere existieren nur, um zu streiten oder aggressiv unangenehm zu sein. (Besonders hervorzuheben ist Kamrans Mutter, die scheinbar ausschließlich in verbalen Übergriffe spricht und deren einziges Persönlichkeitsmerkmal Grausamkeit zu sein scheint.) Abgesehen von ihrer Funktion in der Handlung, gewinnen sie selten an Tiefe oder Nuancen. Sie sind eindimensional und nicht wirklich ausgearbeitet, was mich zeitweise aus der Geschichte riss.Und Alizeh, ach, Alizeh! Sie ist kraftvoll, anmutig und kann mit solcher Autorität vor ihrem Volk stehen, dass ihre Rede mir Gänsehaut und Tränen in die Augen trieb. Doch wenn es um Cyrus oder überhaupt um persönliche Entscheidungen geht, verfällt sie in Zögern. Die ständige Unentschlossenheit, das Hin- und Herpendeln zwischen verschiedenen Wegen, anstatt sich für einen zu entscheiden, hat mich wahnsinnig gemacht. Ihre Passivität in diesem Buch strapazierte meine Geduld. Man möchte schreien: "Du kannst ein Königreich regieren, entscheide dich verdammt nochmal für ein Gefühl!"Trotzdem sind die emotionalen Höhepunkte unbestreitbar. Allein diese Rede? Der Beweis dafür, wer sie sein kann, wenn sie ganz zu sich selbst findet. Ich habe die ganze Reihe in zwei Tagen verschlungen und stecke jetzt in einer tiefen Leseflaute. Ich starre in die Ferne und sehne mich Cyrus-Level-Sehnsucht nach dem nächsten Band.Perfekt für Leser, die:extreme Sehnsuchtmaximale Selbstbeherrschung und emotionale Erschöpfung lieben