Ein kurz gehaltenes Buch, perfekt auch zum Weitergeben, das Leid ernst nimmt und Wege aufzeigt.
"Sterne leuchten nachts" ist ein kleines Büchlein, das sich wirklich aufs Wesentliche konzentriert. Thomas Härry versteht es, auf den Punkt zu kommen und strukturiert seine Gedanken zu teilen.Im ersten Abschnitt gibt er einen kurze Einordnung dessen, wie wir Leid erleben: (Scheinbar) willkürlich, unfair, manchmal wundervoll wendend, aber oft auch bis zum Ende unverständlich. Wie kann das mit einem liebenden Gott vereinbar sein? Darauf findet er keine zufriedenstellende Antwort. Stattdessen zeigt er auf, wie wir mit diesem Vakuum leben lernen können und dabei weiterhin an Gott festhalten können. Mich haben seine Worte sehr angesprochen, weil aus ihnen wirklich ein Verständnis für das Ohnmachtserleben im Leid fühlbar ist, das nichts relativiert, sondern einfühlsam Wege aufzeigt. Wege, die aber letztendlich jeder selbst gehen und sich erarbeiten und mit Gott "erringen" muss.Im weiteren Abschnitt stellt er zwei "Leidensgeschichten" aus seinem Umfeld vor und zeigt anhand derer strukturiert auf, welche Verhaltensweisen und Einstellungen er in schwierigen Zeiten empfiehlt. Anschließend geht er darauf ein, wie nahe und ferne Bekannte Leitragende begleiten können. Und er versucht vorsichtig, auch positive Charaktereigenschaften zu beschreiben, die man im Leid entwickeln kann.Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und ich empfehle es auch sehr zum Verschenken an Menschen, die mit Leid und Herausforderungen konfrontiert sind. Es ist kurz gehalten und auch für "Lesemuffel" gut geeignet.