Ich schreibe sonst nie Bewertungen, aber dieses Buch verdient es!
Auch ich habe mich wohl wie viele andere gefragt, wieviel autobiografisches in diesem Buch steckt. Hat Hr. Bayer wirklich eine Tochter? Aber er stellt mit einem Satz im Buch klar, dass alles relativ ist. Da er dann die Wahrheit sagt, wenn ihm eh keiner glaubt.
Aber vielleicht soll es in einem so scheinbar autobiografischen Buch gar nicht darum gehen. Denn hier bekommt ein junger, aussergewöhnlicher Mensch ganz viel Raum, der bei uns ansonsten im Alltag komplett unsichtbar wäre. Der am Rand der Peripherie zu existieren scheint. Offensichtlich haben viele um den jungen Zimmermann Matteo herum versucht ihn in eine Schublade zu stecken. Aber er passt einfach in keine rein. Dann beachtet man ihn besser nicht, soll er lieber unscheinbar vor sich hin vegetieren. Bei Keira und Eric hat er einen Schubladen freien Raum voller Liebe, Frieden und Akzeptanz gefunden. Er wird von ihnen gesehen, wahrgenommen und geschätzt. Dieser Raum muss geschützt werden, abseits von jedem Trubel in der französischen Natur umgeben von Tieren die genauso Schutz, Liebe und Geborgenheit bekommen. Mit einer einfachen und stillen Selbstverständlichkeit, die in unserer schnellen, lauten Gesellschaft selten geworden ist. Hier bekommen kleine, natürliche Dinge ihre elementare Relevanz die sie verdienen!
Interessanterweise scheint aber auch das Schriftstellerpaar nicht etiketierbar zu sein. Die Anerkennung und Liebe der Leser ist zwar echt, aber sie wissen ja gar nicht was wirklich dahintersteckt.aber ich will nichts weiter verraten. Selber lesen lohnt sich!
In einer Zeit wo Gendern, Neurodivergenz u.ä. mich überfordern, offenbart und schenkt mir dieses Buch Freiheit. Es erinnert mich daran, dass es keiner Schubladen bedarf um korrekt zu handeln. Liebe reicht.