Mit welchen Mitteln kann es dem Protestantismus in komplexen gesellschaftlichen Fragen wie der Atomkraftdebatte gelingen, durch religiöse Sprache sowohl anwaltschaftlich für Schöfpungsthemen einzustehen als auch vermittelnd den Debattenraum für positionelle Vielfalt offenzuhalten? Tim Schedel untersucht dies anhand vielfältiger historischer Fallstudien.
Tim Schedel shows how Protestantism can succeed in using religious language to stand up for creation issues in complex social questions such as the nuclear power debate, while at the same time keeping the lines of discourse open for a variety of positions. In den gesellschaftlichen Konfliktfällen der Bundesrepublik sah sich der Protestantismus stets zu einer öffentlichen Stellungnahme gedrängt. Dabei standen Protestantinnen und Protestanten gerade bei Umweltthemen unter der Spannung, einerseits die Schöpfung anwaltschaftlich zu vertreten und andererseits als vermittelnde Instanz allen Positionen in den Debatten Raum zu geben. Die ambivalente Geschichte der Atomkraft in der Bundesrepublik war gerade in den späten 1950er und frühen 1970er Jahren so ein spannungsreiches, weil noch unentschiedenes Debattenfeld. Tim Schedel vermittelt in historischen Fallstudien die protestantische Strategie einer anwaltschaftlichen Vermittlung durch religiöse Sprache. Ausgehend davon diskutiert er aktuelle Übersetzungskonzepte religiöser Spracheund stellt eine eigene Konzeption zur Disposition.