In Japan Band 1 der Reihe, hierzulande als Band 2 erschienen. Ein Journalist und ein Architekt decken Geheimnisse einer Familie auf.
Das Buch erinnert mich an die "logischen Krimis" von Keigo Higashino. Denn Stück für Stück wird hier die Geschichte eines Hauses, nein, dreier Häuser, allein anhand von Indizien zusammengepuzzelt - dabei handelt es sich zumeist um Baupläne, Grundrisse, oder Aussagen von Nachbarn). Es ist hauptsächlich in direkter Rede, also in Dialogform, zwischen den Hauptpersonen geschrieben - der Journalist ("Ich"), Kurihara, der Architekt, und Miyae, eine Bekannte der Beiden.An der Oberfläche passiert also nicht viel - aber die Spannung ist unglaublich untergründig! Das Schlimme geschieht allein im Kopf des Leser, und genau das finde ich genial. Noch besser ist, dass der Autor am Ende mit zwei oder drei weiteren Wendungen aufwartet, und so ist theoretisch alles wieder offen... nichts ist bewiesen, nur sehr stark vermutet.Im Klappentext steht, der Autor habe in Japan ein neues Genre begründet, das "sketch mystery" - Text und Zeichnungen verbinden sich. Das stimmt für mich nur teilweise. Nach einer Weile habe ich die Abbildungen nur noch überflogen, zumal sie sich teilweise wiederholt haben.Dennoch, für mich hat sich wieder einmal bestätigt, dass die Japaner es einfach drauf haben.- sie definieren Spannung ganz anders als wir im Westen, und genau das ist so faszinierend. Für mich ein Lese-Highlight des Jahres mit Sucht- und Sogwirkung.