Zitate zu erkennen ist essentiell dafür, die mit dem Zitieren beabsichtigten Wirkungen zu erzielen. Über die Zitatmarkierung wird es möglich, den Einsatz von Zitaten in literarischen Werken als Kommunikation zu untersuchen. Es zeigt sich, dass sich das antike Standardparadigma des Zitierens vom heutigen unterschied.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Konzept des Zitierens in der Antike.
Die Arbeit beschäftigt sich anhand eines Corpus von fünf römischen Prosaautoren mit dem Konzept des Zitierens in der Antike. Ihr Ausgangspunkt ist die Zitatmarkierung: Die Textstrategien, mit denen man Zitate erkennbar machen und erkennen konnte und mit deren Hilfe die Kommunikation mittels Zitat gesichert und gestaltet wurde. Untersucht werden Zitierformeln und syntaktische Zitateinleitungen, Angaben zur Herkunft des Zitierten, die Markierung durch metrische, stilistische, sprachliche und inhaltliche Kontraste sowie pragmatische Formen der Markierung, die auf das Kontextwissen der Rezipienten setzen. Es zeigt sich, dass die Zitate im Corpus, obwohl sie zumeist aus schriftlichen Texten stammen und in schriftlichen Texten erscheinen, tendenziell so gestaltet sind, als würden sie auf mündliche Rede rekurrieren und mündlich rezipiert werden. Dies hat Folgen für die Einsatzmöglichkeiten von Zitaten, aber auch für die philologische Lektüre der zitierenden und der zitierten Texte. Habilitationsschrift