Ein Roman rund um die Linkshändigkeit hatte gefehlt! Dabei ist der Text viel mehr: Kaminski erzählt von der deutschen Literaturszene, mal bitterbös, mal melancholisch, aber mit einem nicht auszurottenden Optimismus. Altgediente und neue Leser freuen sich dabei an seinem ganz eigenen Sound. Friedrich Kröhnke
Volker Kaminski schreibt ebenso melancholisch wie urkomisch über die Leiden eines (unverstandenen) Schriftstellers wie eines (umgepolten) Linkshänders. Seine Beschreibungen verschiedener Berliner Kulturzirkel sind überaus treffend. Eine warme Ironie, falls es so etwas gibt, durchzieht den Roman, dem es auch an Spannung und kompositorischer Stärke nicht fehlt. Fazit: Lesenswert für alle Linkshänder und Rechtshänder, Künstler wie Kulturszene-Geschädigte, Berlinfreunde und -feinde. Es gibt keine Ausrede, diesen tollen Roman nicht in die eine oder andere Hand zu nehmen! Tanja Dückers
Er selbst gehe beim Schreiben gern schnell in medias res, verriet Volker Kaminski im Gespräch mit Regina Rabolt von der Literarischen Gesellschaft. So gelingen ihm im Roman neben boshaften Schilderungen menschlicher Eitelkeiten auch schöne Spielereien mit den Begriffen Bild und Spiegelbild, Schrift und Spiegelschrift. Sibylle Orgeldinger
Volker Kaminski ist die Wundertüte unter den Schriftstellern (. . .) Herzhand ist ein kunstvolles Roman-im-Roman-Spiel. (akr) Reutlinger General-Anzeiger
Was die Hauptfigur dabei erlebt, hat wohl auch mit Erlebnissen des Autors zu tun: Er lässt Helge anrennen gegen Verlage, abweisende Lektoren und eine uninteressierte Branche, die in erster Linie auf Profit ausgerichtet ist. Kaminski beschreibt seine Hauptfigur nicht als notorischen Verlierer, sondern als einen, der eine Berufung in sich trägt, die zeitweise verschüttet war und zurückgewiesen wurde, aber schließlich kompromisslos gelebt wird. Er erzählt ( ) als distanzierter Beobachter, mitunter witzig ( ). Zu würdigen sind die verschiedenen Romansujets Helges, die sich Kaminski gleichsam als Romane im Roman ausdenkt und gleichzeitig wohl auch die Leistung, die eigene Arbeit zum Romanstoff zu verarbeiten, ohne zu sehr ins Autobiografische zu geraten. Stefan May
Man muss nicht unbedingt Insiderwissen besitzen, um den Roman über die knallharten Gesetze des literarischen Überlebensbetriebs und die Literaturszene im trubeligen Berlin mit Aufmerksamkeit zu lesen. In einem verzweigten Netz ineinander verspiegelter Geschichten führt Kaminski seine Figuren gelenkig durch den Plot. Geschickt verknüpft der Autor zudem Fantasy-Elemente mit einer Coming-of-Age-Geschichte. Handlungs- und Reflexionspassagen finden sich in wohldosierter Durchmischung. Das zentrale Motiv der Linkshändigkeit ist unaufdringlich in die Romantextur eingewoben. Martina Pfeiffer, Kultur. txt