Mitten im Kopf plötzlich Kuhglocken, Bergluft und dann dieser kleine Stich, wenn klar wird, wie sehr wir diese Landschaft eigentlich gerade verheizen. Genau da packt das Buch zu.
Seitenweise wird hier nicht einfach nur Natur gefeiert, sondern gnadenlos offengelegt, was aus den Alpen geworden ist. Tourismus, Verkehr, Klimawandel alles kriegt sein Fett weg. Und das fühlt sich manchmal an wie ein ehrliches Gespräch, das man eigentlich vermeiden wollte.
Zwischendurch erwische ich mich dabei, wie ich denke: Verdammt, das ist unbequem. Aber genau das macht den Reiz aus. Kein romantisches Alpen-Postkarten-Gelaber, sondern harte Realität mit Tiefgang.
Klar, stellenweise ist das Ganze ziemlich dicht und fordert Konzentration. Das ist kein Buch, das man nebenbei liest, während Netflix läuft. Aber wer dranbleibt, bekommt ein echtes Gesamtbild, das hängen bleibt.
Unterm Strich bleibt dieses Gefühl, etwas Wichtiges verstanden zu haben. Und gleichzeitig die leise Frage im Kopf, ob wir das Ruder überhaupt noch rumreißen können.