Emotional, melancholisch und ruhig erzählt ¿ gut, aber kein Highlight, das lange nachhallt.
Der Einstieg in What if we Drown war für mich ein bisschen von beidem: Einerseits wurde ich direkt in die Geschichte hineingezogen, andererseits brauchte ich einen Moment, um wirklich anzukommen. Es war kein harter Einstieg, eher ein langsames Eintauchen, bei dem ich mich erst orientieren musste.Die Protagonistin konnte ich gedanklich gut nachvollziehen. Ihre innere Welt war greifbar, und ihre Gedanken wirkten authentisch, ohne übertrieben zu sein. Besonders das zentrale Motiv des Wassers fand ich spannend umgesetzt: Es stand für Freiheit, hatte aber gleichzeitig immer etwas Bedrohliches an sich - genau diese Ambivalenz hat gut zur Geschichte gepasst.Mit dem Love Interest hatte ich es anfangs etwas schwer. Ich bin nicht direkt warm mit ihm geworden, aber trotzdem mochte ich ihn insgesamt sehr. Die Beziehung zwischen den beiden empfand ich als heilend und ehrlich. Das Tempo ihrer Annäherung war für mich genau richtig und hat sich natürlich entwickelt, ohne sich gehetzt oder künstlich anzufühlen.Das Umfeld der Figuren hat mir besonders gut gefallen. Vor allem seine Freunde und auch ihre Mitbewohner haben die Geschichte bereichert und ihr mehr Tiefe gegeben. Die Atmosphäre des Buches war insgesamt sehr melancholisch - ruhig, teilweise schwer, aber nie erdrückend.Der Schreibstil von Sarah Sprinz war emotional und angenehm zu lesen. Er hat gut zur Stimmung gepasst und die Gefühle der Figuren transportiert, ohne dabei zu aufdringlich zu sein.Das Ende hat mir gefallen, auch wenn es mich emotional nicht lange begleitet hat. Es war rund und passend, aber kein Abschluss, der noch lange nachgewirkt hat.Insgesamt ist What if we Drown für mich ein gutes, solides Buch: spannend, emotional und stimmig, aber kein Highlight, das mir besonders im Kopf bleiben wird. 3,5 Sterne sind dafür genau richtig.