Der rote Kampfflieger ist ein bemerkenswertes Selbstzeugnis der frühen Luftkriegführung im Ersten Weltkrieg. In knapper, sachlicher und oft überraschend nüchterner Prosa schildert Manfred von Richthofen Ausbildung, Jagdeinsätze, technische Routinen und die Psychologie des Luftkampfs. Das Buch steht zugleich im Kontext militärischer Memoiren, patriotischer Selbstdarstellung und zeitgenössischer Kriegspropaganda; gerade deshalb offenbart es viel über Ehrbegriffe, Kameradschaft, Risiko und die Ästhetisierung moderner Gewalt. Richthofen, 1892 in Schlesien geboren, entstammte dem preußischen Adel und begann seine Laufbahn in der Kavallerie, bevor ihn die veränderte Kriegswirklichkeit zur Fliegerei führte. Als erfolgreichster deutscher Jagdflieger wurde er zum "Roten Baron" stilisiert. Seine Herkunft, militärische Disziplin, Jagdleidenschaft und Erfahrung einer technisch neuartigen Front prägten die Perspektive dieses Textes, der weniger intime Beichte als kontrollierte Selbstdeutung ist. Empfohlen sei diese Autobiografie allen, die historische Quellen nicht nur als Tatsachenberichte, sondern als Dokumente ihrer Entstehungszeit lesen. Sie bietet Einblick in die Frühgeschichte der Luftwaffe, in heroische Selbstbilder des 20. Jahrhunderts und in die gefährliche Faszination des Krieges.