Enttäuschend
Als großer Fan der Dark¿Castle¿Reihe hat mich der sechste Teil leider mit einem sehr bitteren Nachgeschmack zurückgelassen. Für mich ist es der bisher schwächste Band - und das, obwohl ich die ersten fünf wirklich geliebt habe. Dieses Mal war ich mehrfach kurz davor abzubrechen.In der ersten Hälfte wird gefühlt zwanghaft Gewalt hineingepresst, ohne dass es der Handlung etwas bringt. Viel passiert - und gleichzeitig nichts. Die ersten 150-160 Seiten waren für mich nur frustrierend, das frühere Gefühl der Reihe war komplett verschwunden.Die zweite Hälfte wird minimal besser, der Charme der Lords blitzt kurz auf, aber wirklich Freude kam beim Lesen trotzdem nicht auf. Statt Spannung oder Weiterentwicklung wirkt alles nur noch künstlich in die Länge gezogen. Ich frage mich zunehmend, was Madison und die Lords überhaupt noch erleben sollen, ohne dass es sich wiederholt.Was mich besonders gestört hat:massive Rechtschreib¿, Grammatik¿ und Formatierungsfehler, die den Lesefluss ständig unterbrecheneine extrem dünne Story, die bemüht wirkt, aber kaum Substanz hatDialoge ohne Tiefe, teilweise fremdschämend und auf einem Niveau, das nicht zur Reihe passtblasse Charaktere, zu denen ich nach sechs Bänden immer noch keine echte Verbindung habeweniger Erotik, was an sich kein Problem wäre - wenn die Handlung dafür tragen würdeoffenes Ende, das eher nach Verkaufsstrategie als nach erzählerischer Notwendigkeit wirktMadison selbst wird für mich zunehmend unsympathisch und widersprüchlich dargestellt. Die Dynamik mit den Lords wirkt inzwischen unrealistisch und überzogen, und neue Figuren wie Jupiter machen das Chaos eher größer als spannender.Was bleibt, ist eine wunderschöne Buchgestaltung - dafür gibt es die zwei Sterne. Inhaltlich aber ist der Band für mich eine klare Enttäuschung. Ich werde die Reihe wohl zu Ende lesen, einfach weil ich ungern abbreche, aber wirklich neugierig bin ich nicht mehr. Schade, denn das Potenzial war da - nur leider wird es inzwischen ausgeschlachtet, statt weiterentwickelt.