Kreatives Magiesystem, starke Figuren und ein fieser Cliffhanger.
In Blunder liegt ein tödlicher Nebel über dem Land. Wer ihm zum Opfer fällt, gilt als infiziert und wird vom König hingerichtet. Auch Elspeth ist infiziert, doch ihr Vater hat dies geheim gehalten. Elspeth besitzt die seltene Fähigkeit, die magischen Karten aufzuspüren, mit denen mächtige, aber auch gefährliche Magie gewirkt werden kann. Zudem lebt ein Ungeheuer in ihr, das ihr weitere Kräfte verleiht. Dieses Geheimnis darf jedoch unter keinen Umständen ans Licht kommen. Als der Hauptmann des Königs versucht, den Fluch des Nebels zu brechen, braucht er alle zwölf magischen Karten - und damit auch Elspeths Hilfe.Das Buch hat mich mit seiner Idee wirklich begeistert. Das Magiesystem rund um die Karten, ihre Fähigkeiten und die Preise, die sie fordern, ist extrem kreativ und originell. Eine kleine Übersicht oder Erklärungshilfe hätte anfangs zwar nicht geschadet, trotzdem fand ich das Konzept sehr gelungen. Auch die Charaktere mochte ich insgesamt sehr. Besonders der Nebencharakter Elm hat schnell mein Herz erobert, aber auch Elspeth und Ravyn fand ich toll. Ihre Beziehung hat für mich funktioniert, auch wenn ich mir noch etwas mehr Spannung, Sehnsucht und emotionales Knistern gewünscht hätte.Die Gegenspieler waren ebenfalls überzeugend dargestellt, wirkten für meinen Geschmack aber stellenweise etwas zu eindeutig. Ein paar mehr Grautöne hätten der Geschichte hier noch zusätzliche Tiefe verliehen. Dafür deutet sich bereits ein schöner Found-Family-Aspekt an, der hoffentlich im nächsten Band stärker in den Fokus rückt, gerade weil Elspeth in ihrer Vergangenheit wenig Halt bei anderen Menschen erfahren durfte.Das Ende ist dann schließlich ziemlich gemein und macht es einem fast unmöglich, nicht direkt weiterlesen zu wollen.