Authentisch, eindrücklich und wichtig: Ein ehrlicher Einblick in den Alltag mit DIS.
Auf "Eine Bonnie kommt niemals allein" bin ich über den Instagram-Account der Bonnies aufmerksam geworden - und genau diese Nähe, Offenheit und Authentizität findet sich auch im Buch wieder. Die Bonnies berichten sehr ehrlich vom Alltag mit einer DIS (dissoziativen Identitätsstörung) und machen dabei etwas sichtbar, das für Außenstehende oft schwer zu begreifen ist.Besonders eindrücklich fand ich die Schilderungen aus der Zeit vor der Diagnose. Dass sie über Jahre hinweg dachten, sie hätten einfach Gedächtnislücken oder seien extrem vergesslich - und wie verwirrend und belastend das gewesen sein muss - hat mich wirklich beschäftigt. Genau diese Perspektive macht deutlich, wie lange Betroffene oft ohne passende Erklärung durchs Leben gehen.Das Buch lebt davon, dass mehrere Personen zu Wort kommen. Diese unterschiedlichen Sichtweisen fand ich sehr spannend: Vieles überschneidet sich, manches wird ganz unterschiedlich erlebt oder bewertet. Gerade dadurch wirkt das Ganze so glaubwürdig und.DIS ist ein Thema, in das sich Menschen ohne eigene Betroffenheit nur schwer hineinversetzen können. Umso wertvoller finde ich die Aufklärungsarbeit, die die Bonnies leisten - respektvoll, lebensnah und ohne Sensationslust. Ein wichtiger Beitrag zu mehr Verständnis, weniger Vorurteilen und mehr Empathie.