Logiklücken und fehlende Kreativität bei Handlung und Charakterentwicklung machen dieses Buch leider zu einem enttäuschenden Band 2.
Kaeliah, genannt Kae, ist jung, mutig, mitfühlend, freundlich und klug. Die Position als Anführerin ihres Volkes verunsichert sie nach wie vor und vor allem die Ereignisse aus Band 1 haben dazu beigetragen, dass sie sich nicht für würdig erachtet, die Leute anzuführen. Gleichzeitig beginnt sie im Verlauf des Buches für ihre Ziele einzustehen, und riskiert alles, um ihren Leuten zu helfen. Dadurch wächst sie über sich selbst hinaus.Hunter Athgolan ist jung, charmant, humorvoll, impulsiv und mitfühlend. Sein Optimismus hat nach den Ereignissen aus Band 1 gelitten. Außerdem sieht er sich weiterhin nicht in der Position des zukünftigen Herrschers, aber er muss sich damit abfinden, dass er genau das für viele ist. Dadurch lastet ein enormer Druck auf ihm und er versucht, sich seiner Verantwortung am Anfang zu entziehen, da er keine Hoffnung mehr hat. Seine Freundin Nyota und Kae sind ihm eine große Stütze und er vertraut ihnen.Die Handlung war vorhersehbar und für mich langweilig. Beide Protagonisten reisen erneut herum und müssen sich dadurch voneinander trennen. Das bedeutet, dass ein Großteil des Buches nicht darin besteht, dass die Beziehung ausgebaut wird, sondern darin, dass die beiden sich nicht mal sehen. Das muss auch der Autorin aufgefallen sein, da es irgendwann einen Fake Hunter gibt, der Kae auf ihrer Reise begleitet. Das war einerseits ganz cool, aber ab dem Punkt, wo gefühlt wichtige Gespräche zwischen dem Fake Hunter und Kae und nicht zwischen Hunter und Kae geführt wurden, einfach nur komisch. Zudem wurden Figuren wie ein Schmuggler am Anfang eingeführt und dann scheinbar vergessen, da sie keine weitere wichtige Rolle im Handlungsverlauf spielten. Solche kleinen Unstimmigkeiten trugen dann auch dazu bei, dass die Handlung nicht rund wirkte. Weiterhin war das Ende gehetzt und unlogisch für mich. Der gesamte Konflikt wurde innerhalb von 6 Seiten und einer bewegenden Rede gelöst. Das fühlte sich flach und antiklimaktisch an. Wahrscheinlich hätte die Reihe 3 Bände gebraucht, um alles vernünftig darstellen zu können.Auch die Protagonisten und ihre Handlungen waren wenig einfallsreich. Sie hatten genau im richtigen Moment die richtige Idee, obwohl sie vorher planlos umherstolperten. Zudem fühlte sich ihre Weiterentwicklung nicht organisch an.Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass das Buch nach Schema F geschrieben worden war. Es bleibt einem dadurch nicht im Gedächtnis und die Ansätze, die ich in Band 1 gut fand, wurden kaum ausgebaut bzw. wurde nie erklärt, wie zentrale Probleme, wie die Rohstoffversorgung, ohne die Abholzung jetzt funktionieren sollen. Das ist eine der gigantischen Logiklücken, die im Buch auftauchen und einen enttäuscht zurücklassen.Die Welt war etwas detaillierter erklärt als in Band 1, da man ein paar neue Orte kennenlernen konnte. Im Großen und Ganzen wirkte es aber meistens blass und Städte und Gebiete schienen nur zu existieren, wenn man sie brauchte. Die große Karte kommt einem fast lächerlich vor, wenn man überlegt, wie viele Orte darauf überhaupt eine Rolle spielen (es sind 5 insgesamt bei zwei Bänden, wobei die Wälder und die Hauptstadt den meisten Raum einnehmen).Der Schreibstil war flüssig.Das Cover und der Farbschnitt sind hübsch.