Wurde mit Garrett nicht warm. Zu simpel gestrickt; ich hätte mir am Ende mehr Tiefe gewünscht. Aber schön für zwischendurch!
Achtung, diese Rezension enthält Spoiler!Setting ¿¿¿Die Idee finde ich sehr schön und habe mich auch schnell in der Welt zurechtgefunden. Der Sportanteil bleibt relativ klein. Charaktere ¿¿,5Hannah war mir schnell sympathisch und ich konnte mich gut in sie einfühlen. Ich hatte auch das Gefühl, dass sie gut kommunizieren kann und deshalb bei ihr alles logisch erschien. Bei der ersten Vorstellung von Garrett sexualisiert und objektifiziert er sie gleich, was ihn für mich erstmal unsympathisch machte. Er akzeptierte einfach kein Nein, auch wenn es zunächst nur um Nachhilfestunden gilt. Dann schickt er ein Sixpack Bild. Ich verstehe, wenn man das als süß empfindet, aber ich finde es nur schräg. Die anderen Frauen im Buch werden von ihm immer relativ abwertend behandelt, sowohl sprachlich als auch in der Handlung. Das fiel mir aber nicht nur bei ihm auf, sondern auch bei den meisten anderen männlichen Personen in diesem Buch. Bei Hannah prägte sich irgendwann ein "Not like the Other Girls" Schema ein, was ich durchaus als kritisch betrachte. Sie wurde als begehrenswerte Frau dargestellt, was sie auch auf jeden Fall ist, aber müssen dafür alle anderen Frauen gleich abgewertet werden? Bei Garrett kam dann dazu noch eine sehr derbe Sprache und auch andere Kommentare wie zum Beispiel "Mutterhenne" für Tucker, weil er kocht, dazu. Außerdem ist er immer wieder, über Hannahs Grenzen gegangen. In einigen Fällen war das auch grenzwertig, aber okay, aber manchmal empfand ich es als negativ, wie hier zum Beispiel: "Aha, du sitzt also zu Hause wie ein Penner, wenn du trinkst? " "Nein." Sie sieht verärgert aus. "Lass es einfach, okay?" "Du weißt doch, dass ich niemals aufgebe."Am Ende überredet er sie, mit ihm auf einer Party was zu trinken. Und hier verstehe ich seinen Gedanken wirklich. Aber zunächst geht er das sehr unsensibel an und sagt, dass er das unbedingt möchte. Hier kriegt er für mich noch die Kurve und gibt ihr am Ende tatsächlich Sicherheit und dass sie es machen kann, aber nicht muss, wie sie möchte. Zwei Seiten später ist für mich aber dieser Lichtblick aber auch schon wieder zunichte, indem er ihr sagt, dass sie sich nicht so ein "Mädchenkram" wie Pfirsichschnaps bestellen solle. Und mir ist vollkommen bewusst, dass es als Neckerei gemeint ist, aber es hinterlässt trotzdem für mich einen faden Beigeschmack.Was ich an Garrett auch nicht so gern mochte: Er mag Hannah ja wirklich. Er trifft für sich die Entscheidung, dass er keine Freundin haben möchte, mag es aber auch nicht, dass sie mit anderen Männern zusammenkommt oder verkehrt. Dass er am Ende allen erzählt, dass sie mit ihr nichts haben sollen, fande ich irgendwie gar nicht so cool. Ja, er möchte sie schützen, weil er denkt, dass sie das ja gar nicht möchte. Und das ist ja auch richtig. Aber aus seiner Perspektive hat sie doch mit ihm Schluss gemacht und es würde ja die Möglichkeit bestehen, dass sie es auch so meinte. Das empfand ich irgendwie nicht als süß, sondern eher als obsessiv.Handlung ¿¿Für mich lebte das Buch vorallem von der Stimmung und der Liebesgeschichte. Die Handlung liest sich aber wirklich gut und ich hatte auch nie das Gefühl, dass es zu träge war. Teilweise fehlte für mich ein bisschen die Tiefe, da Hannahs Vergangenheit immer wieder Thema war, aber mehr wussten man als Leser auch nicht. Wie kam sie zum Singen? Wie waren ihre Freundinnen in der Schulzeit bis zum Vorfall? Wie ist sie aus der Stadt weggegangen? Am Ende ging es mir ein bisschen zu schnell. Ich hätte mir noch eine Konfrontation mit seinem Vater z.B. gewünscht, ein bisschen mehr über die Situation von Cindy, von Hannahs Eltern, etc. Schreibstil-Gefühl ¿¿¿Ich konnte das Buch schnell weglesen und bin über nichts wirklich gestolpert :)Unterhaltung ¿¿¿Auch wenn ich meine Kritikpunkte habe, finde ich die Idee toll und konnte mich gut in die Geschichte einfühlen. Ich freue mich auf die Prime Video Serie (der Grund, warum ich es unbedingt lesen wollte) und hoffe sehr, dass die Geschichte vielleicht auch ohne die ganze Sexualisierung und Pick Me Girl Gehabe auskommt. Was die Geschichte aber geschafft hat, ist die Neugierde auf die anderen Geschichten der Männer. Und das obwohl mir die bisher alle sehr unsympathisch sind.