Ganz okay, hatte aber mehr erwartet
The Devil's Son startet unglaublich stark. Der Anfang hat mich sofort gepackt, die Atmosphäre, das Setting, die Dynamik zwischen den Figuren, alles wirkt intensiv und spannend. Besonders gut gefällt mir, wie die Hauptfigur in diese Gruppe hineingerät und welche Rolle sie darin einnimmt. Das Zusammenspiel innerhalb der Gruppe ist einer der grossen Pluspunkte des Buches: die Freundschaften, die Spannungen, das gegenseitige Vertrauen und Misstrauen, das fühlt sich alles lebendig und glaubwürdig an.Was ich zunächst als eine Art Unigeschichte erwartet hatte, entwickelt sich schnell in eine Richtung, die deutlich stärker im Gang- bzw. MC-Club-Milieu angesiedelt ist, mit all den illegalen Machenschaften, Rivalitäten und gefährlichen Situationen, die dazugehören. Das fand ich interessant und durchaus spannend umgesetzt.Allerdings zieht sich der Mittelteil leider spürbar in die Länge. Obwohl ich die Thematik rund um ihre Herzkrankheit sehr gut umgesetzt finde das bringt Tiefe und Verletzlichkeit in die Geschichte, verliert die Handlung zwischendurch deutlich an Spannung. Der Love Interest hat mich ausserdem gar nicht überzeugt... zwischen den beiden hat für mich die Chemie komplett gefehlt. Ich hoffe ehrlich gesagt, dass sie sich vielleicht noch für jemanden anderen aus der Gruppe entscheidet, denn Potenzial gäbe es genug...(ich wieder¿)Der Schreibstil ist insgesamt solide, angenehm zu lesen, aber nichts, was sich besonders hervorhebt. Trotzdem: Das letzte Drittel reisst vieles wieder raus. Es wird endlich wieder richtig spannend, man erfährt mehr über die Charaktere, und dann kommt dieses Ende... und das ist einfach grandios. Unerwartet, packend und emotional. Damit hat das Buch für mich nochmal ordentlich gepunktet.Insgesamt ist The Devil's Son für mich ein mittelmässiges, aber solides Buch. Es hat seine Längen, aber auch starke Momente und ein Ende, das definitiv Lust auf mehr macht. Kein Must-Read, aber durchaus lesenswert für alle, die Geschichten mit Geheimnissen, Gang-Dynamiken und starken Gruppencharakteren mögen.