Originaltitel America the Beautiful? aus 2023
Die hier geschilderte Reise fand bereits 2019 statt. Ein Roadtrip mit Besuch vieler Nationalparks, wobei ich mir durchaus etwas anderes vorgestellt habe. Mir persönlich kamen die Eindrücke in den Nationalparks zu kurz. Die oft sprachlos machende Natur wird angedeutet, dafür werden andere Themen, die der Autorin so durch den Kopf gingen, erwähnt. Vieles lässt sie aus selbst gemachten Zeitdruck gefühlt links liegen.
Dass die Natur außerhalb der Parks toll und schützenswert ist, ist natürlich richtig. Dass der Mensch vieles zerstört stimmt besonders die Gier nach Geld. Auch zu viele Touristen kön-nen zerstören, doch ohne die Touristen können die Parks auch nicht existieren.
Das Land wurde den Natives weggenommen, doch die werden heutzutage auch nicht mehr auf die Annehmlichkeiten von Technik verzichten. Es wurde Raubbau betrieben, Abholzung der Wälder und besonders der Redwoods.
Ich habe selber einige Roadtrips mit Besuch von Nationalparks gemacht. am Straßenrand sieht man Bäume, doch dahinter ist dann kahle Fläche für die Holzindustrie (Oregon).
Ohne fossile Brennstoffe wird es erstmal nicht gehen, denn Strom muss auch erzeugt werden.
Gestört haben mich dann einige Aussagen: Dass die Fahrt durch die Ebenen North Dakotas die Hölle für jede Autofahrerin ist, hat irritiert. Nur für Autofahrerinnen, oder so im Allgemeinen?
Gedanken über die Spirale der Autorin fand ich seltsam mit der Aussage deshalb an einem Baum zu weinen.
Die Behauptung, dass die Dust Bowl durch Überweidung, Tierhufe, entstanden ist, ist schlichtweg falsch. Tierhufe hätten das Präriegras mitsamt Wurzeln stehen gelassen. Die Dust Bowl entstand durch falsche, exzessive Landwirtschaft.
Warum die Autorin gerade zur Hochsaison reist und sich dann über Touristenmengen und Hitze wundert ist mir ein Rätsel.
Den einstigen Präsidenten Roosevelt sexistisch und rassistisch zu nennen passt dann in unse-re Zeit, wo vieles nicht mehr politisch korrekt ist. Es war damals eine andere Gesellschaft und er hat viel für die Nationalparks getan. Mir ist es lieber, dass man sagen kann was man denkt, ohne erhobenen Zeigefinger.
Der größte Aufreger ist allerdings dieses unsägliche Gegendere. Dauernd *innen (man sucht die Fußnote zum *). Als ob man z.B. die Bezeichnung Freunde nicht richtig interpretieren kann und ist das im englischen auch so? Im Original fand ich keine*. Dann kann man gerne den Begriff horny übersetzen, oder wenn sich eine Person das Pronomen they gibt. Unsäglich mit dem Pronomen, interessiert das im Zusammenhang mit der Erzählung? Nein, es irritiert. Es taucht ein CIS-Mann auf. Netterweise sortiert sich die Autorin selber in der libe-ralen Phase ein. Aber ohne * und diversen Dingen hätte sich das Buch besser gelesen.
Das Buch gibt Denkanstöße und dann wieder nicht. Das Gegendere ist furchtbar. Mir fehlt mehr die Beschreibung von der tollen Natur, gerade weil ich einiges selber sehen durfte. Ja, so ein Roadtrip lässt den Alltag für einige Zeit vergessen und ist eine grandiose Erfahrung, die man bestimmt nochmal machen möchte.
Ich hatte mir hier etwas anderes vorgestellt und das Buch lässt mich zwiegespalten zurück.
Und warum belässt man nicht den Originaltitel, wenn man doch einen Englischen wählt?