Die Hauptfiguren fand ich interessant, es ist auch ganz gut zu lesen, aber so viele Dinge entziehen sich einer Logik und sind unplausibel.
Ich hatte das Buch eine Weile auf meinem Merkzettel, habe es dann aber aufgrund der vielen negativen Rezensionen wieder runtergenommen. Wie es der Zufall will, hat es doch noch seinen Weg zu mir gefunden, also war ich neugierig und hab es gelesen. Gleich vorweg muss ich sagen, dass ich wirklich viel Schlechteres erwartet habe, aber so richtig gut war es nicht und von "The Summer I turned pretty"-Feelings war es echt weit entfernt. Die Rezension wird Spoiler enthalten (besonders zum Ende). Der Schreibstil war in Ordnung, das Buch ließ sich flüssig lesen. Auch wenn ich gerade am Anfang bei manchen Sätzen dachte, dass sie ohne Zusammenhang da stehen und ich nicht wusste, wie ich sie einordnen soll. Im Laufe des Buches gab es immer wieder solche Stellen, die sich irgendwie komisch gelesen haben. Ob das an der Übersetzung liegt, weiß ich natürlich nicht. Ansonsten war der Schreibstil typisch für New Adult - dramatisch, locker, manchmal derb, einfach. Ausnahmslos alle Nebenfiguren sind so dermaßen unsympathisch und behandeln sich gegenseitig schlecht, dass sie mich permanent aggressiv gemacht haben beim Lesen (besonders Dante und alle anderen Geschwister von Magdalen). Magdalen und Theo hingegen fand ich interessant und ich habe zwischen den beiden auch eine gewisse Chemie verspürt. Ich bin allerdings davon ausgegangen, dass die beiden tatsächlich miteinander aufgewachsen sind und sich von früher kennen, was eine sofortige gegenseitige Anziehung und gemeinsame Basis erklärt hätte. Aber das war gar nicht so. Theo ist ein paar Jahre älter als Magdalen und sie hatten als Kinder nicht wirklich etwas miteinander zu tun, Magdalen hat sich nicht getraut, Theo anzusprechen etc. Andersherum wäre für mich hier viel mehr Zauber möglich gewesen und mehr TSITP-Vibes (das erwähne ich nur noch mal, weil es sogar auf der Rückseite des Buches steht!). Für mich hat auch einiges an Inhalt gefehlt, den ich mir erwartet hätte: beispielsweise ein Gespräch zwischen Magdalen und ihrer Schwester, wenn sie schon extra für die Hochzeit zurück in die alte Heimat kommt, aber Magdalen wird so gut wie gar nicht in die Familie eingebettet. Es hat sich für mich so gelesen, als ob sie eine Fremde wäre. Es gab auch bis zum Schluss kein wirklich ernsthaftes Gespräch zwischen Magdalen und Theo, das den beiden zusammen mehr Tiefe verliehen hätte. Sie necken sich nur oder scherzen miteinander oder finden sich heiß oder sind genervt voneinander ... Aber die Basis für ihre Beziehung fehlt komplett. Deshalb ist das Ende für mich recht realistisch: Die beiden kommen nicht zusammen, weil es dafür einfach mehr braucht als ein bisschen Sex und dass man sich attraktiv findet. Es wird zwar immer wieder von Liebe geschrieben, aber dafür war es für mich noch zu früh. Als Leser von solchen Romanen erwartet man sich womöglich ein Happy End, deshalb finde ich eine Empfehlung für das Buch auch schwierig. Die Geheimnisse und Erklärungen, wieso sich Magdalen und Theo so verhalten, wie sie es eben tun (Magdalen ohne einen Funken Selbstwert und so duckmäuserisch und naiv, dass es wehtut; und Theo mit seinem Machogehabe und zerstörerischem Verhalten), kommen wirklich spät und waren für mich nicht wirklich plausibel. Warum genau durften sich die beiden nun nicht verlieben? Dass Magdalen die beste Freundin von Theos Schwester ist, ist nicht wirklich ein Grund. Dass Theos Vater mit Magdalens Mutter eine Affäre hatte, ist schon ein Stück mehr ein Grund, aber für mich immer noch nicht DER Grund für Forbidden Love. Magdalens Mutter scheint arge Probleme und sich selbst nicht unter Kontrolle zu haben, wenn sie ihrer Tochter eine Pfanne gegen den Kopf wirft. Aber reicht das als Erklärung für Magdalens Verhalten das ganze Buch über? Man hat definitiv nichts verpasst, wenn man das Buch nicht gelesen hat, aber für Fans dieses Genres ist es vielleicht doch einen Blick wert, weil es das typische Drama gibt, weil es auch romantische Szenen und viel Spice gibt. Und was ich auch noch erwähnen möchte: Das Cover und der Farbschnitt sind wirklich wunderschön.