Winter auf Schottisch bringt einen wie es der Titel so schön verrät ins wunderschöne, raue und vor allem winterlichen Schottland und es ist mein erstes Leseerlebnis der Autorin, obwohl schon so viele Bücher geschrieben hat. Eine humorvolle, knisternde und beruhigende Geschichte voller kurzweiliger Lesezeit, Überraschungen und leisen tapsenden Gefühlen am schottischen Loch Ness.
Es geht direkt hinein zu Ava nach London, die einen lukrativen Auftrag als Innenarchitektin hereinbekommt. Dieser ist auch wichtig, da ihr Geschäft unbedingt wieder Aufschwung benötigt, da sie sonst vor dem direkten Aus steht. Doch sie muss dafür ins ländliche Schottland reisen. Dort gibt es ein Schloss, das neues Leben eingehaucht bekommen und ein Teil zu einem Hotel erleben soll. Das bedeutet viel Aufwand, ständige Reisen und ein Masterplan für ihren Freund. Doch das ist eine andere Geschichte. Kurzerhand nimmt sie Sack und Pack und begibt sich nach Schottland und auf dem Weg dort hin trifft sie auf den wortkargen und mürrischen Colin, ihr Reisebegleiter und neuer Nachbar. Beiden haben mit dem ersten Blick einen Stempel im Kopf über den jeweils anderen. Das sich diese Meinung im Laufe der Geschichte ändern wird, nimmt seinen ganz eigenen Lauf.
Er ist der typische einsiedlerische Hinterwäldler in Avas Augen und sie das versnobte, wohlhabende Großstadtmädchen im feinen Fummel aus Colins Sicht. Es hat so ein wenig Mr. Crumphy und Miss Sunshine Feeling, was sich neckt das liebt sich und die Funken sprühen gewaltig.
Ava blüht in Schottland wieder auf und findet zu ihrem alten, neuen Ich zurück und erkennt die wirklichen Werte und Sehnsüchte, die tief in ihr stecken. Colin ist ein hilfsbereiter Mann, ist immer da, wo er gebraucht wird und kann zuhören. Sein Lebensstil war vor ein paar Jahren noch ein anderer, doch seine Familie ist ihm wichtiger. Er erkennt jedoch, dass er auch mal an sich selbst denken sollte und ab und an seine Sturheit beiseite legen sollte. Es endet in einem Epilog.
Die Handlung zieht sich über wenige Wochen vom Herbstende, über Silvester und den Wintermonaten. Es ist humorvoll, lebhaft, freundschaftlich und ein energischer Schlagabtausch zwischen Mann und Frau ist auch nicht zu verachten. Die Lust knistert ordentliche und auch sinnliche Momente dürfen nicht fehlen. Es geht um neue Chancen, Weitblick, Engstirnigkeit, neue Ziele, Heimatliebe und das Gefühl nach Hause zu kommen.
Der Schreibstil ist wunderbar angenehm, locker und mit einem amüsanten Humor mit einem Hauch zu Sarkasmus versetzt. Man liest sich fließend leicht von einem zum nächsten Kapitel, die unterschiedlicher Leselänge sind. Die Geschichte wird aus der Sicht der beiden Protagonisten in der Erzählperspektive wiedergegeben. Die mitwirkenden Charaktere ergeben ein wunderbares buntes Bild ab. Es geht herzlich, störrisch sowie neckend zu. Die kleinen landschaftlichen Beschreibungen geben ihr übriges hinzu.
Mein Fazit: Ein herzlich, neckender und gefühlvoller Roman inmitten der Highlands am Loch Ness. Ich fühlte mich wunderbar unterhalten und hatte des öfteren ein Schmunzeln im Gesicht. Brodelnde Leidenschaft auf allen Ebenen und bunte Charaktere.