Ein Potpourri aus Erinnerungen, so chaotisch wie das Leben der Autorin, aber trotzdem finde ich sie großartig.
Ich kann nicht sagen, mit welchen Erwartungen ich an dieses Buch herangegangen bin. Liest es sich wie ein Ratgeber, oder wie ein Roman? Es dreht sich alles um das Thema Liebe und das schien mir, rund um Valentinstag, gerade richtig. Da mir die Autorin vom Namen her schon etwas sagte, war ich natürlich neugierig auf ihren Roman, der allein schon optisch, mit der goldenen Schrift und der feinen Aufmachung in der Schmuckausgabe, richtig toll aussieht.
Die Autorin hat Talent, die Leute zum Lachen zu bringen. Mit ihren Geschichten und so wie es sich liest, auch im wahren Leben. Denn dieses Buch ist wie eine kleine Zusammenfassung ihrer Erinnerungen an Partys, Jungs und vor allem an ihre Freundinnen. Es liest sich ein wenig wie ein Tagebuch, doch leider nicht in chronologischer Reihenfolge. Das hat mich gestört und das gesamte Buch durcheinander wirken lassen. Dazwischen hat sie Briefe und Rezepte eingefügt, die alles irgendwie noch mehr zerstreuten. Ich bedauere dieses Chaos sehr, denn ansonsten finde ich die Autorin großartig. Ich mag ihren überzogenen Humor, ihre super sympathische, liebenswerte Art und ihre absolute Ehrlichkeit. Ich möchte jetzt nicht behaupten, dass alles, was sie hier schildert, auf Tatsachen beruht, aber ich glaube schon, dass hier eine Menge Wahrheit hinter steckt, die sich kaum einer trauen würde, so offen zu schildern. Dafür meinen absoluten Respekt.
Die Erzählungen aus Dollys Leben fand ich großartig. Sie strotzt nur so vor Humor und Lebensenergie. Sie bringt die Stimmung auf jede Party und ist für jeden verrückten Trip zu haben. Mit ihren Freundinnen erlebt sie ausschweifende Partys, testet so ziemlich alles aus und lebt den Tag, als wenn es ihr letzter wäre. Auch in Sachen Männern lässt sie nichts unversucht, geleitet von dem Wunsch, den einen ganz besonderen Mann zu finden. Sie beschreibt, wie sie sich verbiegt und was sie alles dafür anstellt, um den Männern zu gefallen. Besonders berührend aber schildert sie die Beziehung zu ihrer besten Freundin Farly. Sie beschreibt auf absolut ehrliche Weise, wie schwer es ihr fällt, damit umzugehen, als diese sich eines Tages verliebt und Dolly nicht mehr die Nummer eins an Farlys Seite ist. Zum Glück ist Dolly nicht allein, sondern hat einen ganzen Haufen toller Freundinnen. Das Buch ist ein Liebesbrief an all diese Freundinnen und das spürt man auch auf den Seiten.
Wäre das Buch wie ein Tagebuch aufgemacht, wäre es in meinen Augen perfekt gewesen. Entstanden ist es durch eine Ansammlung von Post-its, angedachten Ideen und halben Geschichten, das schreibt die Autorin selbst. Leider finde ich, spürt man das auch. Vielleicht ist es aber auch gerade richtig und spiegelt ihr wildes, verrücktes Leben noch besser wider. Für mich war es nicht ganz rund. Was aber keineswegs am Talent der Autorin liegt. Ich möchte auf jeden Fall noch mehr von ihr lesen, denn ihren Humor liebe ich sehr.