Ein wunderschönes sanftes Buch
Dieses Buch hat mich überrollt. Anders kann ich es nicht sagen. A Poet¿s Heart ist pure Zärtlichkeit, pures Gefühl und dann plötzlich ein Schlag ins Herz. Ich habe die Dynamik zwischen den beiden von der ersten Seite an geliebt, dieses leise Annähern, das Knistern zwischen Worten, Pausen und Blicken. Ein Moment, der mir besonders im Gedächtnis geblieben ist: Als ich nach über 200 Seiten endlich begriffen habe, dass die durchgestrichenen Nachrichten nicht nur Entwürfe sind, sondern tatsächlich abgeschickt werden, ich musste lachen. Und kurz darauf war ich schon wieder skeptisch, habe gerätselt, gezweifelt, gefühlt. Dieses Buch spielt mit Wahrnehmung, mit Unsicherheit, mit dem, was gesagt wird und dem, was zwischen den Zeilen bleibt. Das Thema hat mich tief berührt. Vor allem der Grund, warum Fenn nicht spricht, und wie selbstverständlich und respektvoll sein Umfeld damit umgeht, fand ich wunderschön. So sollte es sein und trotzdem fühlt es sich besonders an, das so achtsam erzählt zu bekommen. Was mich kurz aus dem Gleichgewicht gebracht hat, war sein plötzlicher Weggang. Ohne ein Wort, ohne Vorwarnung das kam für mich aus dem Nichts. Auch sein Wunsch zu sprechen hat mich zunächst irritiert. Doch nach seiner Erklärung ergab es Sinn, auf eine leise, traurige Weise. Nicht alles fühlt sich richtig an, aber vieles fühlt sich wahr an. Am Ende war ich einfach nur durch. Leer und voll zugleich. Ich wollte nicht, dass es vorbei ist. Ich wollte dieses Buch noch einmal zum allerersten Mal lesen, dieses Gefühl noch einmal erleben. Vielleicht ist es kein Buch, dessen Details mir ewig im Gedächtnis bleiben werden. Vielleicht vergesse ich Namen, einzelne Szenen. Aber das Gefühl dieses warme, schmerzende, wunderschöne Gefühl das bleibt.