An klassischen Motiven mangelt es dem Trilogieauftakt schonmal nicht: Raumfahrt, künstliche Intelligenz, Klimawandel, die Herkunft des Menschen und ein mysteriöses Objekt auf dem Neptun lassen genug Raum für mögliche Abenteuer und Spekulationen. Auch das Verbrechen existiert in dieser Zukunftsvision immer noch, etwa in Form der Korporation Nuvola Nove und anderer Akteure, die wichtige Entdeckungen gern für sich nutzen würden. Auf der Seite der Guten kämpft die idealistische Lea Lehora für Wissenschaft und Aufklärung, hat aber jenseits davon als Figur nicht allzuviel zu bieten.Das ist in der Genreliteratur nicht immer problematisch, allerdings lenkt die übrige Handlung nur unzureichend davon ab, dass weder die Figuren noch die Themenkomplexe so richtig ausgearbeitet wurden. Es gibt eben von allem ein bisschen, dazu noch ein großes Rätsel, wichtige Fragen und am Ende den Aufbruch in ein neues Abenteuer, bevor das alte abgeschlossen wurde. Es gibt die Guten und die Bösen, keinerlei Graustufen dazwischen. Politische Visionen wie die Herrschaft eines Wissenschaftsrats über die gesamte Menschheit werden kurz angerissen, aber nie hinterfragt.Am Ende weiß ich immerhin, dass die Vorfahren der Menschen aus den Tiefen des Alls kommen und dass sie ihr Archiv in unserem Sonnensystem zurückgelassen haben, aber welchem Zweck das alles dient und warum augenscheinlich sonst keiner von ihnen überlebt hat, das erfährt man vermutlich erst in den nächsten Bänden. Die verwirrende Vielzahl an Themen wiegt die erzählerischen Schwächen und Längen nicht auf. Interessant ist es immer nur dann, wenn wissenschaftlich klingende Erklärungen der Handlung einen Hauch Glaubwürdigkeit verleihen, unabhängig davon, ob sie nun wirlich realistisch sind oder nicht.Apropos realistisch: Zu den besseren Teilen des Romans gehört die fiktionale Zeittafel im Anhang, die beginnend im Jahr 2020 die Vorgeschichte der Trilogie beleuchtet. Dass Großmächte ihre Konflikte zukünftig im Weltraum austragen und im All primitive Kollektivwesen entdeckt wurden klingt nach spannendem Stoff, der im Buch jedoch kaum angeschnitten wird.Bonusmaterial: Personenverzeichnis, historische Übersicht, Glossar