Man kann sagenw as man will, aber die Autorin weiß einfach, wie man gute Figuren aufbaut und wie man dafür sorgt, dass man immer weiter lesen will. Sie kann einfach gut schreiben. Und so hat sie es geschafft, aus einer Geschichte, die ich eigentlich nicht so spektakulär fand, doch einiges rauszuholen. Allerdings mochte ich Graham als Charakter über weite Teile des Buches hinweg gar nicht. Es kam für mich keine wirkliche Verliebtheit auf. Er war unsympathisch und kalt - und die Gründe dafür fand ich nicht wirklich gut ausgeführt. Wäre Lucy nicht ein so gut ausgearbeiteter und lebensfroher Charakter gewesen, hätte ich das Buch vermutlich irgendwann in die Ecke gepfeffert (ähnlich lief es übrigens auch beim zweiten Band, wohingegen ich Band 1 und 3 sehr gut fand). Die Geschichte über eine langsam aufkeimende, aber verbotene Liebe war für mich an vielen Stellen nicht zu verstehen. Dass erwachsene, sich liebende Menschen, sich so viele Gedanken darüber machen, was andere Menschen über sie denken könnten, wollte mir nicht in den Kopf rein. Grahams Trauma fand ich nicht gut ausgearbeitet. Einem erwachsenen Menschen sollte irgendwann klar werden, dass Menschen nicht immer so handeln können, wie sein kindliches Ich sich das vorgestellt hat. Ich finde, hier hätte die Autorin noch mehr in die Aufarbeitung gehen können. Insgesamt war dieser Band einer der schwächsten der Reihe für mich.