Prequel zur bekannten und ungewöhnlichen Hulda-Reihe. Gut erzählt, aber eher für Fans der Serie interessant.
Die ungewöhnlich geschriebene Trilogie - Dunkel, Insel, Nebel - die man in der zeitlich umgekehrten Reihenfolge zur ablaufenden Handlung lesen sollte, hat mich vor ein paar Jahren fasziniert, darum war diese Buch ein Muss für mich. Die Erzählweise von Ragnar Jónasson ist gewohnt schnörkellos, das Buh darum gut zu lesen. Wirerleben das Geschehen aus der Perspektive von Hulda. Reizvoll und beklemmend sind ihre Gedanken, wenn man die anderen Bände kennt und darum weiß, was ihr noch bevorsteht. Ohne dieses "Schmankerl" ist es ein etwas düsterer, atmosphärischer Krimi - kein Thriller, wie es auf dem Deckblatt steht. Ruhig erzählt und eher von unterschwelliger Spannung, da Huldas Gefühle mehr Raum einnehmen als ihre Ermittlungen. Bei dem Fall handelt es sich um einen Cold Case, dem wir im Prolog beiwohnen dürfen. Zwanzig Jahre nach dem ungeklärten Verschwinden eines Babies aus der elterlichen Wohnung wird plötzlich, in einem abgelegenen Dorf, der Teddy des Kindes gefunden. Hulda und ihre etwas zu forsche Kollegin ermitteln vor Ort, geraten prompt in einen Sturm, mit Strom- und Telefonausfall, also die für den Norden recht übliche Szenerie. Einer von den wenigen Dorfbewohnern lügt...aber wer?Hulda sieht sich von ungewohnten und im Grunde auch ungewollten Gefühlen zu einem Verdächtigen überwältigt, während ein anderes Unglück seinen Lauf nimmt...Die Auflösung des Falls hat mich überrascht, war gut und unerwartet.Hannas Heimkommen zu Mann und Tochter dagegen hat etwas Trauriges, wenn man ihre Geschichte kennt...Mein Fazit: Dieses Buch lohnt sich meiner Meinung nach nur für Leser, die die ersten drei Bände kennen, ansonsten ist es ein eher belangloser Nordic Noir Krimi. Gut geschrieben, aber nicht außergewöhnlich.Vier Sterne von mir - eine Leseempfehlung nur für Fans der Reihe!!e