Elias und Laia ist die Flucht vor dem sicheren Tod gelungen - vorerst, denn mehr als eine Person trachtet den beiden nach dem Leben und als neue oberste Kommandantin macht die gnadenlose Helena Aquilla Jagd auf ihren früheren besten Freund und seine Verbündete. Doch der gefährlichste Teil der Reise liegt noch vor dem ungleichen Duo: In das berüchtigtste Gefängnis der Welt einbrechen, um den einen Mann zu retten, der das Imperium stürzen könnte...Der zweite Teil der "An Ember in the Ashes"-Reihe setzt genau da an, wo wir Elias und Laia am Ende von Band eins schweren Herzens zurücklassen mussten. Die Autorin verliert keine Zeit mit langen Wiederholungen, sondern wirft den Leser direkt zurück ins Geschehen, mitten hinein in eine atemlose und halsbrecherische Flucht.Das Tempo der Erzählung bleibt im ganzen Buch konstant hoch, das Buch damit auch sehr spannend, während den armen Protagonisten keine einzige Pause gegönnt wird. Die Geschichte wird nach und nach immer komplexer und das, was im ersten Teil als bloße Rettungsaktion für ein Familienmitglied begann, wird mehr und mehr zu einem verzweifelten, blutigen Aufstand gegen ein unbarmherziges, grausames Regime, ein Kampf, in dem immer mehr Figuren das Schachbrett betreten, einige Fragen beantwortet und viele neue gestellt werden.Auch die Magie und Mythologie, die im Auftakt immer schon angerissen wurden, gewinnen nun an Bedeutung und machen Elias und Laias Reise vielfältiger und runden sie ab, sodass ein richtiges düsteres, fesselndes und auch durchaus politisches Abenteuer entsteht. Die Geschichte gewinnt auch eine zusätzliche Erzählperspektive, die man zunächst als unsympathisch abstempelt, die aber sehr zusätzliche viel Tiefe, Nachdenklichkeit und moralischen Konflikt ins Spiel bringt.Man sollte sich nicht davon abschrecken lassen, dass diese Reihe "nur" als Jugendbuch gilt, denn sie hat viel zu bieten (und kann stellenweise auch ziemlich heftig und brutal sein), überzeugt mit Spannung, den unterschiedlichsten Protagonisten und einer großen, faszinierenden Welt. An der einen oder anderen Stelle hätte die gern noch ein paar mehr Details haben dürfen, doch vermutlich hat die Autorin diese zugunsten des Erzähltempos weggelassen, was auch nachvollziehbar ist. So vergehen fast sechshundert Seiten wie im Flug und es bleibt zu hoffen, dass die Protagonisten im nächsten Teil weniger zu leiden haben...