Bezaubernd und stimmungsvoll, wie alle ihre Weihnachtsromane
Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit steht der neue Winterroman von Sarah Morgan auf meiner Leseliste. Diesmal bin ich schon etwas spät dran, aber weil "Schneezauber in Winterbury" bereits im August erschienen ist, habe ich das Buch nicht als Rezensionsexemplar angefragt, sondern es erst viel später gekauft und nun passend zur Jahreszeit gelesen.Sarah Morgan versteht es perfekt, mich in die ultimative Weihnachtsstimmung zu versetzen. Diesmal war der Beginn jedoch etwas anders und ein bisschen gewöhnungsbedürftig - bis ich das Gefühl hatte einen neuen Roman von Sarah Morgan vor mir zu haben.Mit Imogen lernen wir eine nach außen hin perfekte und erfolgreiche junge Frau kennen, die scheinbar alles hat: einen tollen Job, eine liebevolle Familie und einen herzigen Hund. Leider ist nichts davon wahr, was ihr Privatleben betrifft. Ihre Mutter lehnt sie seit ihrer Kindheit ab und Weihnachten ist jedes Jahr ein Fest der Einsamkeit. Deshalb hat sie vor, sich wieder zur Weihnachtszeit in ihrer Arbeit zu verkriechen. Doch ein Zusammenbruch beendet ihre Pläne, denn ihre Chefin verordnet ihr einen Zwangsurlaub. Doch wohin soll Imogen in diesen Wochen, die öde und leer vor ihr liegen?Ihre Lieblingskundin Dorothy bietet ihr daraufhin an, in ihrem Cottage in den Cotswolds etwas auszuspannen und London zu entfliehen. Nach kurzem Zögern, nimmt Imogen das Angebot an und weiß nicht, dass hinter Dorothys Einladung noch etwas ganz anderes steckt... Nach kleinen Startschwierigkeiten war ich wieder mitten in der winterlichen Atmosphäre von Sarah Morgans Romanen, die ich so gerne in der Vorweihnachtszeit lese.Erzählt wird wie üblich aus der Sicht von drei Frauen: Imogen, Dorothy und Sara. Diesmal hat aber eindeutig der Strang von Imogen den Hauptanteil an der Geschichte. Sie ist eine sehr einsame und starke junge Frau. Schon sehr früh hat sie für sich selbst sorgen müssen. Ihre Mutter hat sie nicht nur abgelehnt, sondern sich auch nicht um sie gekümmert. Dadurch steht Imogen zwar auf ihren eigenen Füßen und weiß sich zu behaupten, aber Liebe und Zugehörigkeit kennt sie nicht.In den Cotswolds bei Dorothy findet Imogen alles vor, was Weihnachten für viele so besonders macht: Schnee, ein gemütliches Cottage, Familienanschluss und einen Hund samt netten Tierarzt.Dorothy ist eine liebenswerte und sehr warmherzige Frau, die für ihre Mitmenschen immer ein offenes Ohr hat. Selbst quält sie sich jedoch mit Schuldgefühlen, die sie besonders zur Weihnachtszeit immer wieder einholen.Die Charaktere sind, bis hin zu den Nebenfiguren, sehr liebevoll gezeichnet. Alle von ihnen hatte ich beim Lesen vor Augen.Sarah Morgan verleiht ihrem Wohlfühlroman erneut Tiefe, denn sie greift einige sehr ernste Themen auf. Zusätzlich versprüht die romantische Winterlandschaft, das heimelige Holly Cottage und die wunderbar gezeichneten Figuren eine warme und festliche Atmosphäre. Hauptthema und der rote Faden der Geschichte ist jedoch die dramatische Familiengeschichte.Manche Handlungen sind etwas vorhersehbar, vor allem, wenn man regelmäßig Sarah Morgan Bücher liest. Trotzdem gab es aber doch noch einige überraschende Wendungen, die ich nicht kommen gesehen habe. Fazit:Wieder der gewohnt atmosphärische Winterroman mit ernsten Themen neben der Wohlfühlatmosphäre, den ich mir genauso von der Autorin erwarte. Bezaubernd und stimmungsvoll vor der zauberhaften Kulisse der englischen Cotswolds.