"War ich es"?"War ich es nicht"? Das ist die, eigentlich alles entscheidende Frage, die Lucy sich stellt. Die wohl jeder im Umfeld sich stellt.Bewiesen ist natürlich nichts und Lucy lebt ihr Leben weiter.Als Teil der Investmentgesellschaft, für die sie arbeitet.Als Lebensgefährtin, die gerne eine Verlobung erleben würde. Wenn sie nicht die "Hauptverdächtige im Mordfall" ihrer besten Freundin wäre.Obwohl natürlich "viele so tun, als würde sie denken", Lucy wäre unschuldig. Doch sie war in der Nähe. Sie hatte das Blut ihrer Freundin auf der Kleidung. Und sie kann sich an nichts erinnern vom Zeitpunkt des Mordes. Nach außen hin gibt sie sich "normal", doch die Gedanken, was passiert sein könnte, verfolgen sie ununterbrochen. Und, natürlich, ist sie auf der Suche nach dem, was passiert ist. Was natürlich in einem Mord geendet war. Und wo Lucy sich denken kann, wenn sie es nicht selbst getan hat, aber den wahren Tätern auf die Spur kommt, dass diese zu ihrem Schutz auch keine Probleme mit einem zweiten Mord hätten. In temporeicher Sprache, unterlegt mit einigen "frischen" Podcast-Einschüben unter dem Thema "Listen fort he lies", in dem sich das Umfeld und jeder und jede, die möchten, über den Fall austauschen und ihr "Für und Wieder" über die Frage, ob Lucy es war oder nicht austauschen, geht Tintera ihr "Wer war es wirklich" allerdings zunächst sehr ruhig an (teils zu ruhig, der Anfang hätte ohne Weiteres deutlich straffer verfasst werden können). Bis dann die "dunklen Seiten" der kleinen Stadt, der übersichtlichen Bewohnerschaft mehr und mehr in den Blick rücken, Gefahren sich auftun und dennoch lange kaum absehbar ist, was wirklich hinter dem Mord an Savannah Harper steckt. Ab der Mitte des Thrillers wird es dann spannend, überschlagen sich teils die Ereignisse, ergeben sich unverhoffte Wendungen und erst im Finale fügt sich alles dann zusammen. Mit einer Protagonistin, die hartnäckig dabeibleibt, die mit Ironie und ihrer klaren Art mehr und mehr die Sympathieträgerin des Geschehens wird. Falls am Ende nicht doch sie selbst es war, die ihre Freundin ermordet hat. Ein durchweg solide, teils mit leichten Längen versehene, aber durchaus anrgende und spannende Lektüre.