Helene, die Tochter armer Tagelöhner, ist gerade 16 geworden, als der Großbauer Otto Öllermann sie zur Frau nimmt. Mit 17 bekommt sie ihr erstes Kind. Es folgen weitere Kinder, die genauso wie Helene selbst, fast bis zur Erschöpfung auf dem Hof mitarbeiten müssen. Erst als Otto in den Krieg ziehen muss, kann sie ein wenig aufatmen, auch wenn die Arbeit noch mehr wird. Als der Großbauer im Krieg fällt, holt sie als erstes ihre Tante Luise, nach dem Tod ihrer Eltern die einzige Verwandte, zu sich. Diese wird eine Art Ersatzmutter für Luise. Als sie den Grenzsoldaten Ewald kennen und lieben lernt, folgen weitere Kinder und nach langem auch ein Umzug nach Mecklenburg. Es könnte alles gut sein, doch durch Unfälle verliert Helene mehrere Kinder und der zweite Weltkrieg steht bevor, der auch an dieser Familie nicht spurlos vorbei geht.Wie in vorherigen Büchern von Hera Lind, hat die Autorin es wieder geschafft, mich total in ihren Bann zu ziehen. Besonders spannend fand ich zu lesen, wie fast die gesamte Familie dem Nationalsozialismus verfällt. Und wie Helene immer wieder versucht, sich diesem zu entziehen. Ich hätte gerne noch mehr auch vom ersten Weltkrieg gelesen, doch angesichts der Tatsache, dass die Geschichte auf den Erinnerungen des jüngsten Kindes von Helene beruht, verstehe ich, warum dieser Teil vergleichsweise kurz gehalten wird. Günther hat da einfach selbst noch lange nicht gelebt. Ich mochte das Buch auf jeden Fall sehr und finde es spannend, wie eine Familiengeschichte mit deutscher Geschichte verwoben wird.