Es gibt unzählige Bücher über den Jakobsweg, von Menschen, die ihn gepilgert sind, Menschen die ihn mit dem Fahrrad, mit einem Esel, mit einem Pferd, mit einem Motorrad oder klassisch zu Fuß gegangen sind. Da gibt es sehr gute Bücher und auch einigen Mist.
Dieses Buch hiervunterschridet sich von allen bisher von mir gelesenen Büchern über den Jakobsweg. Erzählt wird die Geschichte von Michel und später auch Helene. Zwei Menschen in der Mitte des Lebens, welche sich in einer Sinnkrise befinden.
Michel, Pfarrer, mental fertig, begibt sich in eine Klinik um Hilfe zu bekommen. Im Anschluss kündigt er seinen Beruf und kauft letztendlich einen Doppeldeckerbus, aus welchem er ein rollendes Café macht. Und mit diesem Café begibt er sich auf den Weg nach Santiago de Compostella.
Helene, Grundschullehrerin. Sie liebt ihren Beruf, ihr fehlt aber etwas in ihrem Leben. Bei einem Besuch im Cafébus setzt sich in ihr der Funke fest, mitzufahren. Und nach einigem Hin und Her steigt sie ein.
Das Buch lebt von den Begegnungen mit den Menschen am Weg. Dem Erleben von Hilfsbereitschaft. Der Offenheit der Erzählungen fremder Menschen. Dem Wahrnehmen von Schicksalen. Ich bin selbst Veteran auf verschiedenen Jakobswegen in Europa und vieles habe ich genau so erlebt und wahrgenommen. Hier ist nichts beschönigt oder hinzugedichtet, alles wird sich wie beschrieben abgespielt haben.
Der Schreibstil, mal aus Sicht von Michel, mal aus Sicht von Helene, ist mitnehmend und inspirierend. Dazu kommen noch viele Fotos aus dem Bus, teils passend zu den Episoden.
Ich werde dieses Buch jetzt an einen lieben Menschen weiter geben, welcher mich vor acht Jahren auf dem Caminho Portugues da Costa begleitet hatte.