"Mord an Backbord" ist der zweite Fall von Freya Lockwood und ich muss hier direkt dazu sagen, dass ich den ersten Band nicht gelesen habe. Natürlich habe ich da die ein oder andere Bemerkung nicht verstanden, aber an sich war das überhaupt kein Problem und der Band lässt sich auch prima ohne Wissen des Vorgängers lesen.Wir begleiten Freya auf eine Kreuzfahrt, einen Luxusdampfer auf dem sich einige Antiquitätenliebhaber befinden, die in Zusammenhang mit einem Kunstraub in einem Museum zu stehen scheinen. Durch das Schiffs-Setting haben wir ein bisschen diese Locked-Room-Atmosphäre, was ich sehr mochte und auch das Setting generell, den Luxus, die Themen rund um Antiqutitäten und Kunst haben mir sehr gut gefallen.Die Auflösung des Falls geht gediegen und relativ langsams vor sich. Es ist kein Action getriebenes Buch, sondern ein langsamer, wirklich cozy Krimi, der sich Zeit lässt, was ich sehr mochte. Die Erzählstimme spring zwischen Ich- und Personal-Erzähler hin und her, was am Anfang ein bisschen ungewöhnlich war, aber einmal reingefunden ganz spannend. Lediglich die Nebenpersonen wirken manchmal ein bisschen zu schablonenhaft und austauschbar, hier wäre ein bisschen weniger und ein bisschen mehr Charatertiefe oft schön gewesen.Insgesamt ist "Mord an Backbord" ein sehr schöner Cozy-Crime mit tollem Setting und langsamer Story, die sich genüsslich wegschmöckern lässt.