Ein Roman mit Höhen und Tiefen, der am Ende sehr spannend wird. Die Story entführt nach Cannes, Grenoble und Paris, was eine rasante Schnitzeljagd nach sich zieht. Geneviève stammt aus einer äußerst zwielichtigen Familie, deren Vergangenheit sie immer wieder einholt. Beruflich tritt sie selbstbewusst und kompetent auf, privat hadert sie jedoch gelegentlich mit ihrem Äußeren und ihrer Familie. Diese innere Unsicherheit macht sie menschlich und nahbar. Zu den gelungenen Nebenfiguren gehört Olivier, der mit seiner lockeren, entspannten Art überzeugt, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Er bringt Leichtigkeit in die Geschichte und dient oft als angenehmer Gegenpol zu Genevièves inneren Konflikten. Der heimliche Star des Romans ist jedoch eindeutig Genevièves Großmutter Mamie. Trotz ihres hohen Alters zieht sie im Hintergrund noch immer die Fäden, mischt sich ungefragt ein und erklärt Probleme kurzerhand zur Chefsache. Ihre Auftritte sorgen für Humor und Dynamik und bleiben besonders im Gedächtnis. Der Schreibstil des Autors ist humorvoll, direkt und angenehm locker. Die Handlung unterhält insgesamt gut, auch wenn sie sich stellenweise etwas zieht. Der größte Kritikpunkt ist der eher schwach ausgeprägte Krimianteil. Zwar steht ein Fall im Zentrum, doch echte kriminalistische Spannung kommt nur begrenzt auf. Zudem wirken manche Wendungen etwas zu zufällig, da mehrere Zufälle gleichzeitig aufeinandertreffen. Positiv hervorzuheben sind jedoch der Humor und die leichte, flüssige Erzählweise, die über diese Schwächen hinweghelfen. Als Fazit lässt sich festhalten, dass es sich um einen lockeren Roman mit Charme und Witz handelt, der sich gut als Urlaubslektüre eignet. Trotz kleiner Schwächen in der Handlung und eines eher dünnen Krimianteils überzeugt das Buch durch seine Figuren, den Humor und die entspannte Atmosphäre.