Bis dass der Tod uns scheidet
Es ist ja immer von Vorteil, wenn Paare gemeinsame Interessen haben, denen sie dann im Idealfall auch zusammen nachgehen können. Haze und Fox haben so ein Hobby. Nur gehen sie nicht Tennisspielen, Backen gemeinsam um die Wette oder springen aus Flugzeugen, sondern bringen Menschen um. Genauer gesagt böse Männer. Nun ist die Definition von "böse" ja Auslegungssache, aber das obliegt den Ansichten von Haze und Fox und so können sie sich ihre Taten selbst gegenüber rechtfertigen. Denn sie tun ja Gutes. Und das ziemlich erfolgreich. Die Tarnung ist perfekt, denn durch sein familiäres Vermögen können sie diese Morde mal schnell im Jetset Trubel an den schönsten Orten Europas durchführen. Fox wurde von seinen Eltern nahegelegt, er solle aus den USA verschwinden, damit sein außergewöhnliches Hobby nicht das Ansehen der Familie beschmutzt. Damit hatte Fox kein Problem. Hauptsache, er konnte mit seiner geliebten Frau zusammen sein und tun, was ihn erfüllt. Das ändert sich schlagartig, als das Killerpärchen Nachwuchs erwartet. Bibi stellt das komplette Leben auf den Kopf. Plötzlich ist Mama- und Papasein der Mittelpunkt im Leben. Und bis zu einem gewissen Punkt erfüllt dies Haze. Aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Denn die Inspiration für ihre Kunstprojekte, die neben dem Töten größte Leidenschaft, holte sie sich durch ihre Morde. Und das alles ist jetzt plötzlich weg. Fox kommt damit anscheinend besser klar und mutiert zum Superdad. Und dummerweise freundet sich Haze mit der unsicheren Jenny an, die einen Beruf ausübt, der ihnen alles andere als in die Karten spielt.Man darf sich vom Cover nicht täuschen lassen, das ich übrigens völlig unpassend für diesen Roman finde. Denn man könnte denken, das ist ja bestimmt was Lustiges, wenn man so ein Comicbild sieht. Nein, die Geschichte hat vielleicht ihre lustigen Momente, aber es geht in erster Linie um Ehe, Vertrauen, Lebensziele und wie man diese aus den Augen verlieren kann und was es mit einem macht. Haze und Fox hinterfragen plötzlich ihre perfekte Beziehung. Und nicht nur das. An einem bestimmten Punkt denken sie, dass der Partner ihnen nach dem Leben trachtet. Ob zurecht oder nicht, müsst ihr selbst lesen. Und das solltet ihr, denn das Buch ist sehr unterhaltsam, da schwierige Themen angesprochen werden, sie aber im Thrillerkostüm um die Ecke kommen. Die Beiden sind es gewohnt, Probleme mit einer guten Portion Gewalt aus der Welt zu schaffen. Beim eigenen Partner und wenn man noch denkt, die Familie muss geschützt werden, sieht das dann schon wieder ganz anders aus. Da wird belauert, umeinander rumgeschlichen. Was macht der Andere, wenn er erst spät abends nach Hause kommt? Die Protagonisten haben verlernt, miteinander zu reden. Es reiht sich eine Unterstellung an die andere. Das vergiftet die häusliche und eheliche Atmosphäre auf's Übelste. Und wenn sich Haze und Fox zu Beginn des Buches mit Messern und blutverschmiert in einem Wald gegenüberstehen, befürchtet man das Schlimmste. Und die nächsten 400 Seiten erfährt der Leser, wie es soweit kommen konnte.Ich habe diesen Roman sehr gerne gelesen, auch wenn sich die Gedanken von Haze zur familiären Belastung zu oft wiederholen. Das macht die spannende Handlung dann aber wieder wett. Und ob es ein Happy End für beide gibt oder alles in einer Katastrophe endet, dass müsst ihr dann schon selber lesen. Aber es lohnt sich.