Kurioses aus der Arbeitswelt
Dieses Buch fällt vor allem auf, weil es schon in dem viel zu langen deutschen Titel nach Entschleunigung schreit. Japan, vor vielleicht fünfzehn Jahren.Die Ich-Erzählerin isst übrigens nur im ersten der fünf Teile Yakisoba, das Gericht ist natürlich keineswegs handlungsrelevant. Mit Mitte 30 befindet sie sich in einem Zustand der Erschöpfung, gibt ihren Beruf auf und wohnt wieder bei ihren Eltern. Sie sucht nur eine einfache Tätigkeit. Mit Hilfe einer für deutsche Verhältnisse unglaublich empathischen und fähigen Arbeitsberaterin findet sie immer wieder neue Jobs. Allerdings sind diese allesamt trotz der vermeintlich geringen Anforderungen ziemlich nervenaufreibend und verlangen jede Menge körperlichen sowie mentalen Einsatz und Engagement. Darin zeigt sich sehr feinsinnig die hohe zwischenmenschliche Bedeutung, die jede Arbeitsstelle in sich trägt, und die weit über die eigentliche Beschäftigung mit der Sache hinaus geht. Die Geschichte einer Arbeitnehmerin wird nicht nur sehr nachvollziehbar und anschaulich erzählt, sie enthält auch durchaus spannende Elemente! Alltägliches wird durch einen Hauch von Magie viel aufregender, als das geplante Innehalten im Arbeitsleben vermuten lässt. Ich bin begeistert von dem geradezu furiosen Ende, das ich überhaupt nicht erwartet hätte. Empfehlung an alle, die sich selbst schon mal nach etwas Ruhe im Job sehnen, vor allem an die, die glauben, in irgendeiner anderen Tätigkeit könne das Arbeitsleben entspannter sein.