Nach dem zweiten Band wollte ich der Reihe noch eine Chance geben, leider ohne Erfolg.Mein größter Kritikpunkt ist nicht, dass das Buch Tabuthemen behandelt. Problematisch war für mich vielmehr, wie religiöse Autorität als Instrument der Manipulation eingesetzt wird.Der männliche Protagonist ist Priester und nutzt seine geistliche Position gezielt aus, um die gerade erst 18-jährige, emotional und sexuell unerfahrene Protagonistin zu kontrollieren. Ihre natürliche Sexualität wird ihr als Sünde vermittelt, während er sich gleichzeitig als moralische Instanz präsentiert und ihre Schuldgefühle bewusst nutzt, um ihre Abhängigkeit von ihm zu verstärken. Er bezeichnet sie selbst als naiv, formbar und als perfekte Angriffsfläche.Besonders unangenehm empfand ich, dass seine sexuelle Erregung immer wieder unmittelbar mit dieser Kontrolle verknüpft wird. Scham, Gehorsam, Unterwerfung und Demütigung werden aus seiner Perspektive erotisiert, wodurch bei mir der Eindruck entstand, dass Manipulation und Machtmissbrauch selbst zum romantischen Kern der Beziehung werden.Über weite Strecken wiederholen sich dieselben Motive: Gehorsam, Disziplin, Reinigung, Schmerz und Buße. Die permanente Verknüpfung religiöser Symbolik mit Sexualität und Bestrafung wirkte auf mich zunehmend repetitiv und belastend.Dark Romance darf provozieren und moralisch schwierige Themen behandeln. Ich lese selbst regelmäßig Bücher des Genres und habe grundsätzlich kein Problem mit toxischen Figuren oder ungleichen Machtverhältnissen. Hier fehlte mir jedoch die psychologische Tiefe, die solche Dynamiken für mich nachvollziehbar oder erzählerisch interessant machen könnte. Stattdessen empfand ich die wiederholte Verknüpfung von religiöser Autorität, Schuld und sexueller Kontrolle zunehmend als unangenehm.¿ 1 von 5 Sternen