Kennst du das Gefühl, dass du genau weißt, du solltest die Finger davon lassen aber willst es trotzdem?
Mit "Where the Devil Waits at Midnight" von Aspen Skye bekommst du genau dieses Gefühl. Düster, verführerisch und irgendwie falsch auf die beste Art.
Aubrielle wird hinter den Mauern von Saint Michael's untergebracht und findet dort alles, nur keine Sicherheit. Stattdessen trifft sie auf Lucien, einen Mann Gottes, der sich alles andere als heilig anfühlt. Was zwischen ihnen entsteht, ist kein Rettungsanker, sondern eher ein langsames Abrutschen in etwas, das man eigentlich vermeiden sollte.
Ich war am Anfang ehrlich ein bisschen lost. Ich wusste nicht so richtig, wo das Ganze hinführt oder was genau mich erwartet. Aber genau das hat mich irgendwie gepackt, weil ich einfach wissen musste, was passiert. Und durch den flüssigen Schreibstil ist man auch super schnell durch die Seiten geflogen. Was ich richtig mochte, waren die zwei Perspektiven. Dadurch fühlt sich alles viel näher an und dieses Knistern zwischen den beiden kommt nochmal ganz anders rüber. Man merkt einfach dieses Ziehen, dieses Wollen und gleichzeitig dieses innere Dagegen.
»Dein Körper brennt, Aubrielle. Ich kann deine Hitze spüren, kann riechen, wie sehr du mich begehrst, auch wenn dein Verstand es leugnet.«
Die Atmosphäre ist durchgehend dunkel und teilweise echt erdrückend, aber genau das hat mich so reingezogen. Es fühlt sich nicht nach einer typischen Geschichte an, sondern eher nach einem Spiel mit Grenzen. Aber es gab auch ein paar Punkte, die mich nicht ganz überzeugt haben. Manche Stellen hätten einfach mehr Tiefe vertragen und der Plot war stellenweise etwas vorhersehbar, wodurch ein bisschen Spannung verloren ging. Zudem muss ich ehrlicherweise zugeben, mochte ich eher die wandelnde Greenflag im Buch, als Lucien.
Trotzdem muss ich sagen, das Buch hat mich bekommen. Diese Mischung aus Dunkelheit, Spannung und diesem verbotenen Gefühl macht es einfach schwer, es aus der Hand zu legen. 4/5