"Amok Alarm" von ist ein Jugendroman, der sich mit einem extrem sensiblen und aktuellen Thema auseinandersetzt: Gewalt an Schulen, Ausgrenzung, Überforderung und die Frage, wie es zu einer Eskalation kommen kann. Im Mittelpunkt steht ein Jugendlicher, der sich zunehmend isoliert fühlt, in Konflikte mit seinem Umfeld gerät und schließlich in eine dramatische Situation hineinschlittert. Das Buch versucht dabei, die Gedankenwelt und Dynamiken junger Menschen möglichst nah und schonungslos darzustellen.Gleich vorweg: Ich bin mit 38 vermutlich nicht die Zielgruppe. Und genau das merkt man beim Lesen deutlich. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das Buch für Jugendliche - vielleicht sogar im Schulkontext mit anschließender Analyse - sinnvoll und diskussionswürdig ist. Themen wie Mobbing, fehlende Orientierung und Machtmissbrauch durch Autoritätspersonen werden aufgegriffen und bieten durchaus Gesprächsstoff.Was mich allerdings zunehmend gestört hat, war die Sprache. Der Autor wollte offensichtlich möglichst authentisch wirken, aber irgendwann war es einfach drüber. Formulierungen wie "Bro, das keep ich safe für mich" wirken nicht nur überzogen, sondern reißen einen eher aus der Geschichte raus, als dass sie Nähe schaffen. Weniger wäre hier definitiv mehr gewesen.Auch die Handlung war mir persönlich zu überzeichnet. Klar, das Thema verlangt nach Zuspitzung - aber an manchen Stellen wirkte es einfach zu konstruiert. Dass jemand quasi "plötzlich" durchdreht, weil ein Idol stirbt, fand ich schwer nachvollziehbar. Die zusätzlichen Faktoren wie Probleme mit einem Lehrer, Machtmissbrauch und fehlende Perspektiven sind zwar wichtige Aspekte, aber in der Masse wirkte es eher wie "zu viel des Guten", statt wie eine glaubwürdige Entwicklung.Ein Punkt, der mich wirklich rausgebracht hat: die Szene mit dem Loriot-Gag. Dass eine Gruppe Jugendlicher, die ansonsten konsequent im "Digger/Bro"-Modus unterwegs ist, plötzlich kollektiv darüber lacht, wirkt einfach unrealistisch. Woher sollen die alle kennen - und dann auch noch feiern?Unterm Strich ist "Amok Alarm" ein Buch mit wichtigen Themen und klarer Intention, das aber für mich in der Umsetzung nicht ganz aufgeht. Für jüngere Leser oder im schulischen Kontext kann es definitiv funktionieren - für mich war es stellenweise einfach zu gewollt, zu laut und zu wenig glaubwürdig.