Atmosphärisch stark, emotional durchwachsen
Mit "Empire of Whispers and Shadows", dem Auftakt der "House of Assassins"-Reihe von Ursa Jaumann, habe ich ein Buch entdeckt, das mich vor allem durch sein Setting sehr überrascht hat. Die Welt ist japanisch angehaucht, mit kräftigen Wasserbüffeln, Reisterrassen und einer pulsierenden Stadt voller Leben. Inmitten dieser Kulisse gibt es ungewöhnliche Waffen, und über allem thront der allmächtige Gottkaiser, der Magie in seinem Reich verbietet und jeden gnadenlos bestraft, der sich ihrer bedient.Die Protagonistin Saya ist eine starke, selbstbewusste Assassinenschülerin, die sich in einer männerdominierten Welt behauptet. Dass sie trotz Vorurteilen und Rollenklischees zeigt, was sie draufhat, hat mir sehr gut gefallen. Besonders spannend wird es, als sie für die Abschlussprüfungen einen Partner zugeteilt bekommt, den sie eigentlich hasst - Teno ist der Sohn des Mörders ihrer Eltern und hat sie damals an ihn verraten. Die Dynamik zwischen den beiden ist turbulent. Sie kommen sich langsam näher und merken, dass sie sich eigentlich doch ganz gerne leiden können.Allerdings hatte ich beim Lesen an manchen Stellen meine Schwierigkeiten. Die Entwicklung der Liebesgeschichte ging mir teilweise zu schnell und wirkte stellenweise obsessiv. Auch die ständige Gedankenfixierung auf Intimität & der Spice haben mich beim Lesen rausgebracht, wodurch ich die Anziehung der beiden letztendlich nicht wirklich nachempfinden konnte. Zudem haben beide Protagonisten ein derbes & vorlautes Mundwerk und benutzten dieses auch sehr oft.Die Handlung selbst ist spannend, aber manchmal auch zu überladen und teilweise ein bisschen unlogisch. Das Buch endet jedoch mit einem spannenden Chliffhänger, der auf Band 2 hoffen lässt.Trotz dieser Kritikpunkte hat mich vor allem das Setting und die Protagonistin beeindruckt. Das Buch wird mir nicht ewig im Kopf bleiben, ist aber eine tolle Abwechslung für Zwischendurch, das Lust auf mehr macht.