Ein Kriminalroman, der vor der beeindruckenden Kulisse des Matterhorns spielt und dabei nicht nur einen spannenden Mordfall erzählt, sondern auch die besondere Atmosphäre der Schweizer Bergwelt einfängt. Brigitta Winkelried verbindet in Mord am Matterhorn klassische Ermittlungsarbeit mit den zwischenmenschlichen Konflikten einer Gruppe von Freunden, deren gemeinsames Erlebnis zu einer Tragödie wird.
Die Geschichte beginnt mit einer Skitour von sieben befreundeten Sportlern aus Zermatt, die von einem Schneesturm überrascht werden. Als die Rettungskräfte eintreffen, können drei der jungen Menschen nur noch tot geborgen werden. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass nicht alle Opfer dem Unwetter zum Opfer gefallen sind. Kommissar Steinalper nimmt die Ermittlungen auf und stößt dabei auf zahlreiche Spannungen, unausgesprochene Konflikte und persönliche Befindlichkeiten innerhalb der Gruppe. Während die Überlebenden mit Schuldgefühlen, Ängsten und gegenseitigem Misstrauen kämpfen, wird die Suche nach dem Täter immer komplizierter. Als ein weiteres Mitglied der Gruppe ermordet wird, spitzt sich die Lage zusätzlich zu.
Besonders gelungen fand ich die Darstellung der sieben Freunde. Jeder von ihnen bringt eigene Sorgen, Verletzungen und Geheimnisse mit, die nach und nach ans Licht kommen. Dadurch entstehen glaubwürdige Konflikte, die den Kriminalfall zusätzlich bereichern. Gleichzeitig hat Kommissar Steinalper die schwierige Aufgabe, hinter die widersprüchlichen Aussagen und emotionalen Reaktionen der Beteiligten zu blicken. Seine Ermittlungen werden dadurch zu einer echten Herausforderung, da kaum jemand die ganze Wahrheit zu erzählen scheint.
Sehr gut gefallen hat mir auch das Setting rund um Zermatt und das Matterhorn. Die Autorin nutzt die beeindruckende Berglandschaft nicht nur als Hintergrundkulisse, sondern bindet sie aktiv in die Handlung ein. Das Bergflair, die winterliche Atmosphäre und die Gefahren der Natur sind jederzeit spürbar und verleihen der Geschichte eine besondere Stimmung. Gerade die Szenen in den verschneiten Bergen erzeugen eine dichte, teilweise beklemmende Atmosphäre.
Der Schreibstil von Brigitta Winkelried ist angenehm flüssig und direkt. Die Handlung lässt sich sehr gut lesen und verliert sich nicht in unnötigen Details. Stattdessen entwickelt sich die Geschichte kontinuierlich weiter und wird durch mehrere kleinere Wendungen immer wieder interessant gehalten. Die Autorin versteht es, neue Hinweise einzustreuen und die Leserinnen und Leser bei den Ermittlungen miträtseln zu lassen, ohne die Auflösung zu früh preiszugeben.
Die Spannung entsteht dabei nicht nur durch die Suche nach dem Mörder, sondern auch durch die Frage, welche Verbindungen die Opfer tatsächlich miteinander hatten und welche Ereignisse sich vor dem Unglück in den Bergen zugetragen haben. Nach und nach fügt sich das Bild zusammen und führt zu einer schlüssigen Auflösung.
Ein atmosphärischer Krimi mit viel Bergflair, glaubwürdigen Figuren und abwechslungsreichen Ermittlungen. Mord am Matterhorn verbindet spannende Kriminalarbeit mit einer eindrucksvollen Kulisse und bietet unterhaltsame Lesestunden für Freundinnen und Freunde klassischer Kriminalromane.