Ein Roman über eine starke Frau, die ihre persönliche Stärke eher passiv ausdrückt. Sibylla von Anhalt ist eine Frau, deren Wünsche und Leidenschaften der Natur, dem Garten, aber auch der Gestaltung von Umgebungen gehören. Sie hat einen durchweg guten Charakter und ist nicht nur eine liebende Mutter, sondern auch eine gute Analystin im Hintergrund. Doch die ehelichen Pflichten im Rahmen ihrer Rolle als Gattin des Herzogs und die damit verbundenen Spannungen machen es ihr nicht leicht.
Meine Lieblingsfigur war für mich ihre Kammerdienerin und beste Freundin Ava, die gleichzeitig ihre Milchschwester ist. Ava bringt sich immer wieder ein und ist Sibylla über die Jahre mehr eine Schwester und Freundin geworden. Sie hat mich nachhaltig beeindruckt.
Friedrich von Mömpelgard, der Herzog, war mir nur am Anfang sympathisch, doch bald schon hatte ich nur noch Groll für diesen übrig.
Durch diese Romanbiografie sind Zeitsprünge unumgänglich. Ich fand diese jedoch passend gewählt und konnte dem Zeitverlauf stets gut folgen. Die Autorin hat stets versucht, die Geschichte anhand der wahren historischen Begebenheiten zu erzählen.
Die Spannung hat sich für mich mehr aus der Entwicklung Sibyllas ergeben als aus der Grundgeschichte. Dies soll aber keine Kritik sein, da es sich um einen historischen Roman über diese leider nicht so bekannte Persönlichkeit handelt.
Der Schreibstil der Autorin ist dem Sprachgebrauch der damaligen Zeit angepasst, ohne aber aufdringlich oder langweilig zu wirken. Die Story liest sich sehr gut und ist durch die gut gewählte und leicht lesbare Erzählweise auch für nicht historisch interessierte Leserinnen und Leser geeignet.
Ein Roman, der sich sehr viel mit der Persönlichkeit dieser sehr starken Frau auseinandersetzt. Passiv ausgedrückt hat sie sich sehr gegen den Herzog zur Wehr gesetzt, was für mich wiederum eine absolute Stärke der Geschichte war. Es ist das eine, aggressiv einem Gegenüberzutreten, als vielleicht mit etwas Zurückhaltung und intelligenten Winkelzügen seinen Wünschen Geltung zu verschaffen.
Eine Geschichte, die zeigt, dass man auch als Frau anders seinen Mann stehen kann, als es die Herrschaften sich gerne wünschen.