Ich fand das Konzept des Buches sehr spannend, dass fünf Männer aus jeweils anderen Perspektiven über ihre Erfahrungen mit der Protagonistin erzählen. Dabei konnten die fünf Sichtweisen nicht unterschiedlicher sein von ihrem Vater, ihrem Anwalt, einem Kindheitsfreund, einem Liebhaber und einem Journalisten, der den ganzen Prozess verfolgt. Die Kapitel sind dabei immer abwechselnd aus den verschiedenen Perspektiven geschrieben und Katie kommt nie selbst zu Wort. Jedoch fand ich es etwas schade, dass die Männer auch größtenteils über sich selbst gesprochen haben. Natürlich braucht man als Leser ein paar Hintergrundinformationen, um die jeweiligen Beziehungen und Personen einordnen zu können, aber oft standen einfach nur die eigenen Handlungen im Vordergrund. Dadurch zog sich das Buch für mich auch etwas, da ich mir mehr zu dem Prozess von Katie gewünscht hätte.
Dadurch dass die Protagonistin selbst nicht zu Wort kommt, blieb sie für mich blass. Man erfährt viel über sie aus verschiedenen Perspektiven, aber diese sind ja durch die jeweiligen Erfahrungen und Haltungen subjektiv. Deswegen konnte ich mir kein eigenes Bild von ihr so richtig zusammenreimen. Außerdem konnte ich so auch keine Sympathie für sie aufbauen, so dass mir eigentlich mehr oder weniger egal war, ob sie diese Tat begangen hat. Auch die meisten Perspektiven der Männer konnten mich nicht so richtig mitreißen und ich konnte nur mit ihrem Vater so richtig mitfühlen. Dadurch war es zwar eine interessante Geschichte mit einem guten Konzept, aber so richtig spannend war es für mich nicht.
Auch das Ende floss eher so dahin und brachte für mich keine krassen Überraschungsmomente mehr. Dafür, dass das Buch als Thriller angekündigt wurde, war es für mich viel zu wenig fesselnd und ohne große Spannungsmomente.
Insgesamt fand ich das Konzept des Buches spannender als die eigentliche Handlung an sich. Die Personen waren für mich nicht interessant genug und zur Protagonistin konnte ich keine Sympathie aufbauen, so dass ich nicht wirklich mitfühlen konnte. Für einen Thriller war mir die Geschichte zu schwach.