Eine Tragödie erschüttert ein ruhiges, idyllisches Dorf an der irischen Küste: Die neunjährige Roisin verschwindet spurlos im Wald. Auch zwanzig Jahre später lässt dieses Ereignis die Menschen nicht los, vor allem Caitlin, die an jenem verhängnisvollen Sommertag bei ihr im Wald war, und Deedee, Roisins Schwester, die die Suche nie aufgegeben hat und inzwischen als Polizistin arbeitet. Doch nicht nur sie werden von der Vergangenheit eingeholt, auch das Dorf selbst scheint ein dunkles Geheimnis zu hüten.
Es gibt Bücher, die einen leise einfangen und dann immer tiefer hineinziehen, bis man sich ihnen kaum noch entziehen kann. Genau so war es hier für mich.
Zu Beginn habe ich ein wenig gebraucht, um mich an den Schreibstil zu gewöhnen und wirklich in die Geschichte hineinzufinden. Doch mit jeder Seite wurde die Atmosphäre dichter, düsterer und eindringlicher. Spätestens ab der zweiten Hälfte war ich vollkommen gefesselt und konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen.
Besonders beeindruckt haben mich die Figuren: vielschichtig, widersprüchlich und alles andere als leicht zugänglich. Niemand ist eindeutig gut oder böse, stattdessen bewegen sich alle in einem Graubereich aus Schuld, Verdrängung und unausgesprochenen Wahrheiten. Genau das macht die Geschichte so intensiv und glaubwürdig.
Die beklemmende, düstere Stimmung zieht sich durch das gesamte Buch. Ständig begleitet einen dieses Gefühl, dass etwas nicht stimmt, dass hinter Erinnerungen mehr verborgen liegt, als man zunächst erkennt. Mit jeder Seite wachsen die Zweifel, die Fragen werden drängender und die Spannung steigert sich spürbar.
Nach und nach fügen sich die einzelnen Puzzleteile zusammen, bis sich ein Gesamtbild ergibt, das lange nachhallt. Ohne laut zu werden, entwickelt das Buch eine Sogwirkung, die einen bis zum Schluss nicht mehr loslässt.
Ein intensiver, düsterer und emotional aufwühlender Thriller, der unter die Haut geht und noch lange nachwirkt. Kein leichtes Buch, aber definitiv eines, das man so schnell nicht vergisst.