Eine besondere Liebesgeschichte mit viel Potenzial und starken Momenten, die mich aber nicht durchgehend überzeugen konnte
Eva und Shane verbindet eine gemeinsame Vergangenheit, die eigentlich nie wirklich verarbeitet wurde: eine leidenschaftliche Woche vor 15 Jahren, die für beide mehr bedeutet hat, als sie sich je eingestehen konnten. Jahre später treffen sie in New York wieder aufeinander - und sofort ist diese alte Spannung wieder da. Nur sind sie inzwischen ganz andere Menschen geworden, geprägt von Erfahrungen, Schmerz und dem Leben dazwischen. Die Frage steht schnell im Raum: Kann aus etwas so Intensivem von damals überhaupt noch etwas in der Gegenwart werden?Ich fand die Grundidee wirklich stark, vor allem diese Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart. Gerade die Rückblenden haben mir gut gefallen, weil man dadurch sehr deutlich sieht, wie sehr die beiden sich verändert haben - und trotzdem spürt man, dass da immer noch etwas zwischen ihnen ist. Diese Verbindung zwischen Eva und Shane ist definitiv das Herz der Geschichte und funktioniert auch emotional ziemlich gut.Gleichzeitig hatte ich aber auch meine Probleme mit dem Buch. Der Schreibstil ist sehr speziell - manchmal sehr intensiv und gefühlvoll, aber zwischendurch auch etwas sprunghaft. Ich musste mich daran erst gewöhnen, und an manchen Stellen hat es meinen Lesefluss tatsächlich etwas gestört. Auch die vielen zusätzlichen Themen und Nebenfiguren haben die eigentliche Geschichte für mich manchmal ein bisschen überladen wirken lassen.Was ich dagegen wirklich mochte, war Eva selbst als Figur - besonders ihre Rolle als Autorin und Mutter hat sie für mich greifbar gemacht. Auch die Dynamik zwischen ihr und Shane hatte etwas sehr Echtes, dieses Gefühl von "da war mal etwas, das nie ganz weg war".Inhaltlich werden viele Themen angerissen - Trauma, Beziehungen, Identität, familiäre Belastungen - einiges davon wird gut ausgearbeitet, anderes nur kurz gestreift. Dadurch wirkt nicht alles ganz rund, aber trotzdem interessant genug, um dran zu bleiben.Fazit: "Sieben Tage im Juni" ist eine emotionale, besondere Liebesgeschichte mit viel Potenzial und starken Momenten, die mich aber nicht durchgehend überzeugen konnte. Insgesamt würde ich dem Buch 3,5 von 5 Sternen geben - wegen der intensiven Grundidee und der starken Hauptfiguren, aber auch wegen einiger stilistischer und inhaltlicher Schwächen.